Emotionale Auszeit

Zwei Wochen lang habe ich mein Ernährungsverhalten nicht wirklich kontrolliert. Es schien mir so unwichtig zu sein, im Vergleich zu den emotionalen Belastungen, die mich in der Zeit trafen. Mein Vater ist gestorben, da war plötzlich nichts anderes mehr wichtig. Inzwischen habe ich mich wieder einigermaßen im Griff und halte mich meistens an meine Tageskalorien. Diese Woche war ich auch wieder arbeiten, ansonsten aber noch vollkommen unproduktiv. Gestern hatte ich den ganzen Tag für mich allein und habe richtiggehend abgehangen: Ein bisschen gelesen, viel ferngesehen und dabei gestrickt, und draußen war ich lediglich, wenn der Hund Gassi musste.

Abends bin ich dann mal in mich gegangen und zu dem Schluss gekommen, dass ich wieder aktiv werden muss. Wenn nicht aus eigenem Willen heraus, dann durch meine Tagespläne, die ich mir zu Beginn meiner Lebensveränderung auferlegt hatte. Ich notierte mir noch gestern Abend, was ich heute erledigen will. Heute früh stand sofort auf, als ich aufwachte, machte meine morgendlichen Dehnübungen und meine Zielvisualisierung wieder und räumte die Küche auf, während die Eier für ein schönes Familien-Frühstück kochten und der Kaffee in der Maschine röchelte. Die ersten Schritte waren getan.

Nachdem unser Drucker seinen Geist aufgegeben hatte, und ich nicht die Briefmarken für einen wichtigen Brief, der heute verschickt werden musste, ausdrucken konnte, raffte ich mich auf, selbst zur Postfiliale zu gehen, anstatt meinen Mann zu bitten. Es tat gut, richtig rauszukommen. Durch die Straßen zu laufen, die Sonne auf der Haut und die Erde unter den Schuhen zu spüren. Unterwegs kam mir kurz in den Sinn, dass ich ja nicht gerade stadtfein angezogen war, eher im Haus-und-Hof-Schlabber-Look, aber selbst das war mir dann egal, denn niemand starrte mich an. standing-336554_640Ja ich fiel nicht einmal Jemandem auf zwischen all den geschäftig umherlaufenden Menschen, und das, obwohl ich bestimmt nicht unauffällig bin. Ich fühlte mich gut, und genauso sollte es sein.

Der kurze Ausflug in das Leben unserer Stadt machte mir wieder bewusst, dass ich mittendrin stehe und mich nicht zurückziehen muss. Auf dem Rückweg dachte ich an meine Jahre Anfang zwanzig, als ich das erste Mal richtig viel abgenommen hatte. Und ich beschloss, einige meiner damaligen Bewegungs-Aktivitäten genauso wieder in meinen Alltag einzubauen. Als Anfang zu mehr Beweglichkeit und Kondition. Dann konzentrierte ich mich auf meine Schritte. Ich bemerkte, wie leicht und federnd ich gehen kann, zumindest fühlte es sich so an. Es tat gut. Ich glaube, ich werde jetzt öfter beim Gehen auf das Gehen achten. Neulich las ich etwas von Aufmerksamkeits-Meditation. Die muss so ähnlich funktionieren. Da werde ich mich noch mal schlauer machen, denn es fühlt sich wirklich gut an, auch mental.

So, dann mache ich mich mal an meine Erledigungsliste. Zwei Punkte sind schon abgehakt: Brief wegschicken und Blog-Tagebuch schreiben. Es geht weiter, und es geht aufwärts.

In diesem Sinne, ein schönes Wochenende! Geht raus und nehmt die Umwelt, die Natur bewusst war. Fühlt die Sonne oder auch den Regen im Gesicht, den Wind im Haar und genießt das Leben!

Eure Idgie

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