Ziele ändern sich

Jetzt habe ich schon meinen halben Urlaub hinter mir und nicht annähernd das geschafft, was ich tun wollte. Vorrangig wollte ich das Manuskript meines ersten Romans überarbeiten. Zwischenzeitlich hatte ich mir fachkundige Hilfe gesucht und eine Menge Tipps bekommen. Auch einige Schreib-Ratgeber habe ich durchgearbeitete, und eigentlich fühlte ich mich jetzt bestens gewappnet. Doch was geschah? Vier Tage lang quälte ich mich, den Anfang umzuschreiben und einen Nebenplot einzuarbeiten, um dann festzustellen, dass ich eigentlich völlig daneben stehe und nicht annähernd meine Story lebe oder spüre, so wie noch vor einem Jahr. Ich kam mir vor, als würde ich in jedem Kapitel das gleiche, belanglose Zeug schreiben und es erfüllte mich kein bisschen. Dabei liebe ich doch das Schreiben.

Ich bin dann am vierten Tag abends in mich gegangen, habe über alles nachgedacht, nicht nur über mein Schreiben. Und mir wurde klar, ich glaube nicht genügend an mich. So kann das ja nichts werden.

Als nächstes fragte ich mich, ob ich – ich persönlich – überhaupt einen schriftstellerischen Erfolg anvisierte. Vielleicht möchte ich einfach nur zwanglos schreiben? Vielleicht dränge ich mich durch äußere Zieleinwirkungen viel zu sehr. Vielleicht ist noch nicht die richtige Zeit dafür gekommen. Vielleicht kommt sie nie und muss es auch nicht. Ich habe lange nachgedacht, was ich mir wirklich tief in meinem Inneren wünsche.

Und das ist Zufriedenheit. Ich würde gerne mit mir im Einklang sein, jeden Tag so erleben, dass ich abends zufrieden bin. Und allem voran: Ich möchte in meiner Freizeit keinen Druck haben. Und genau den habe ich mir gemacht. Aber unter Druck leidet auch die Kreativität. Deshalb haben sich meine anfänglich geschriebenen Ziele jetzt verändert: der Nebenerwerbsaufbau wird vorerst gestrichen, aber abnehmen will ich weiterhin.

Und auch wenn das Geld immer knapp ist, es bringt nichts, wenn ich mich Tag um Tag stresse, nur um am Ende festzustellen, dass es doch nicht für meinen großen Traum reicht. Außerdem ist dieser Traum auch nicht mehr so wichtig, denn strenggenommen wurde er schon erfüllt und ist nur ein daraus entstandener Folgetraum: Wieder eine USA-Rundreise im RV machen, dieses Mal in New Mexico und Arizona, oder New York und Maine. Außerdem habe ich jetzt einen Hund, der mich total glücklich macht. Das war auch ein Wunsch, den ich mir vor zwei Jahren erfüllt habe. Ergo:

Ich kann zufrieden sein, ich muss es mir nur bewusst machen.

Auch mit meinem Abnehmerfolg und meinem sportlichen Beginn bin ich gerade sehr glücklich. Ja selbst beim Hinuntergehen auf der Treppe schmerzen meine Kniegelenke kaum noch. Das macht mich so froh und zeigt mir, dass ich gerade noch rechtzeitig reagiert habe und auf jeden Fall weitermachen werde.

Deshalb habe ich mich nun dazu entschlossen, jeglichen mir selbst auferlegten Druck zu eliminieren und einfach so viel wie möglich von dem zu machen, was mir Spaß macht. Mit einem Bastelshop würde ich eh nicht reich werden, einen Verlag zu finden ist verdammt schwer und für ein Fitness- und Wellness-Studio für BMI 30+ fehlt mir das Know-how und das nötige Kleingeld (von so einem Studio habe ich schon länger geträumt, denn da würde ich gerne selber trainieren gehen).

Ich hoffe, so kommt auch die Schreiblust wieder, die mich meine Geschichten erleben lässt und sich nicht wie eine lästige Schularbeit anfühlt.lesezeichen

Am Wochenende habe ich meine Bücherregale umgeräumt und dabei einen ganzen Stapel aussortiert. Bücher, die ich sowieso kein zweites Mal lesen werde. Jetzt sieht das erste Regal wieder ordentlich aus. Muss jetzt nur noch so merkwürdige lustige Büchlein aus meiner Jugend und eine Menge Kinderbücher von meinem Sohn aussortieren. Dann kommt wieder mehr Luft ins Haus. Aufräumen und Ausmisten reinigt übrigens auch die Psyche, finde ich. Es fühlt sich einfach gut an, sich vom Ballast zu befreien.

Mir ist beim Sortieren ein Lesezeichen in die Hände gefallen, das mein Sohn mir vor einigen Jahren gebastelt haben muss. Er hat sich richtig Mühe gegeben, es meinen Lektürevorlieben anzupassen: Horror und Thriller. Ich hatte es völlig vergessen, aber jetzt werde ich es wieder benutzen.

Eine Schöne Woche euch allen! Towanda!

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2 Gedanken zu “Ziele ändern sich

  1. Ich kenne das Gefühl, wenn man sich irgendwann nicht mehr sicher ist, ob man die „richtige“ Geschichte schreibt oder ob das was man schreibt überhaupt gut ist.
    Aber ist das nicht egal? Klar, natürlich würde jeder gerne einen Weltbestseller schreiben. Da das aber nur den allerwenigsten gelingt, sollte die Priorität auf dem eigenen Spaß am Schreiben liegen.
    Und für eine Ebook-Veröffentlichung reichts sicher allemal. Da liest man manchmal Sache, bei denen sich einem die Zehennägel aufrollen, vermutlich von Leuten, die eher wenig Selbstzweifel haben und gar nicht erst in Frage stellen, ob das was sie da fabriziert haben auch nur das geringste bißchen Sinn hat.
    Also – Kopf hoch! Wir werden beide noch voll die Top-Autoren! 😉

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    1. Ja, genau! Ich muss das Ganze lockerer angehen, deshalb genieße ich jetzt erstmal den Rest meines Urlaubs und der vormittäglichen Ruhe daheim. Habe heute mal was ganz anderes geschrieben, und es hat Spaß gemacht. Jetzt gehe ich erstmal eine Runde lesen.

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