Wenn nicht jetzt, wann dann?

In den Ferien: Obwohl der halbwüchsige Sohn es hasst, mit der Mutter Einkaufen zu gehen, begleitet er sie. Hinterher sagt er: „War schon cool, mal wieder andere Menschen zu sehen, nach fünf Tagen im Bett und vor dem PC.“

Was können wir daraus lernen? Dass unserer Teenager zu viel Zeit vor dem PC verbringen? Dass sie zu faul sind? Ja, aber viel wichtiger finde ich eine andere Betrachtung dieses jugendlichen Chillens: Sie genießen das Leben, den Tag, die Stunde, die Minute. Und das sollten wir alle viel öfter machen. Natürlich können wir Erwachsenen uns nur selten solch extreme Auszeiten nehmen, aber wir könnten öfter auf unsere eigenen Bedürfnisse hören und sollten öfter darüber nachdenken, was wirklich wichtig ist und was uns von außen als Werte eingeredet wird.

An meinem Geburtstag, drei Monate nachdem mein Vater gestorben war, sagte mir meine Mutter, dass er geplant hatte, mich zu meinem Fünfzigsten zu besuchen. Da er das Autofahren schon vor Jahren aus Sicherheitsgründen aufgegeben hatte, wollte er mit der Bahn kommen. Meine Eltern waren seit zehn Jahren nicht mehr bei uns. Nun hat mein Vater es leider nicht mehr schaffen können.

railway-692337_640Wenn möglich sollte man das, was einem wichtig ist, was man gerne tun möchte, nicht auf die lange Bank schieben, denn eines Tages ist es zu spät.

Stephen King schrieb in seinem Buch „Wahn“: „Ich dachte, wir hätten noch Zeit, aber solches Zeug denken wir immer, nicht wahr? Wir betrügen uns so häufig selbst, dass wir davon unseren Lebensunterhalt bestreiten könnten.“

Als Zwanzigjähriger lebt man noch unbewusst intensiv, dann gerät man in den Strudel der Verpflichtungen und Erwartungen und um die Fünfzig beginnt man sich selbst wieder zu entschleunigen, sich selbst wieder mehr zu beachten. Aber es ist schwierig, dem Fluss des Alltags zu entkommen. Man fragt sich, warum man es überhaupt so weit hat kommen lassen. Also gebe ich allen in den hektischen Zwischenjahren den Rat: denkt über die wahrhaft wichtigen Dinge nach und lasst euch nichts aufstülpen, was nicht zu euch passt. Je früher, desto besser.

Und weil wir ab Morgen den Rest der „buckligen“ Verwandtschaft besuchen fahren, wünsche ich euch schon heute ein schönes Wochenende. Geht mal in euch, fragte euch, was ihr wirklich wollt und genießt das Leben so, wie es euch gefällt.

Wir lesen und nächste Woche wieder.

Eure Idgie

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