Die große Zuckerlüge

Eine sehr interessante Dokumentation über die Lebensmittelindustrie und deren Verzuckerungspolitik lief gestern auf arte.

vegetables-700039__180In Bezug auf meine Ernährungsumstellung bekam ich keine wirklich neuen Erkenntnisse über die schädliche Wirkung von Zucker, aber als ich so einige Fakten und Zahlen in dem Bericht erfuhr, konnte ich nur fassungslos den Kopf schütteln. Mir war zum Beispiel nicht bewusst, dass rund 75 % der angebotenen Lebensmittel Zucker enthalten. Allein in 100g Rotkohl (egal ob Glas oder Tiefkühlprodukt) finden sich 12 Stück Würfelzucker! Das hatte ich nicht erwartet. Ich werde ab sofort beim Einkauf noch sorgfältiger auswählen und noch mehr selber kochen/herstellen. Von Fertiggerichten und ähnlichem habe ich mich ja schon weitestgehend verabschiedet, aber dass selbst in reinen Gemüsegläsern so viel Zucker enthalten sein kann …

Wer seinen Zuckerkonsum reduzieren möchte, sollte auf Dosen-Ananas, fertige Fruchtjoghurts, viele fertige Müslis, Ketchup und Instantprodukte (Tütensuppen, Cappuccino, Tee) verzichten. Dass Limonaden und oft auch Fruchtsäfte viel Zucker enthalten können, ist wohl schon bekannt. Bei konserviertem und auch tiefgekühlten Gemüse empfiehlt es sich, die Zutatenliste zu lesen. Auch Gewürzgurken enthalten einiges an Zucker, aber die schmecken meist auch nicht ohne. Bei meinem Einkochrezept für Zucchini süß-sauer habe ich einmal den Zucker reduziert. Das Ergebnis waren sehr säuerliche Zucchini.

Ich habe im Netz nach den nicht unbedingt bekannten Zucker-Namen gesucht: Dextrose, Farin, Fruktose, Galaktose, Gerstenmalz, Glukose, Hexosen (Sammelbegriff für Zucker), Karamell (nichts anderes als Traubenzucker und Rohrzucker), Laevulose, Laktose, Maltodextrin, Maltose/Malzextrakt, Mannit, Melasse, Raffinade/Raffinose, Saccharose, Sirups, Süßmolkepulver, Xylit.

Empfehlung der WHO: Maximal 10 % der täglichen Kalorien in Form von Zucker, höchstens 25 g Zucker pro Tag zu sich nehmen.

Bei den Online- Ernährungs-Tagebüchern muss man da dann den natürlichen Zuckergehalt vom Obst herausrechnen, denn der zählt nicht als gesundheitsbedenklich. Übrigens wurde in der Dokumentation auch hinterfragt, wozu man sich Obst und Gemüse zu Smoothies püriert. Dadurch nimmt man automatisch mehr Kalorien zu sich, als wenn man das Obst und Gemüse in seiner natürlichen Form essen würde. Ein Glas Saft aus 2 oder 3 Orangen trinkt man mal eben so nebenbei, aber 3 Orangen isst man eher nicht auf einmal. Stimmt schon, oder?

Nach meinem nächsten Einkauf werde ich versuchen, dem versteckten Zucker auf die Spur zu kommen, und mein Ernährungstagebuch werde ich ein wenig mehr „auffisseln“, um zu erfahren, wie viel Zucker ich pro Tag zu mir nehme.

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5 Gedanken zu “Die große Zuckerlüge

  1. Das sind krasse Fakten, mir wird beim kochen immer bewusst wie viel Zucker man braucht, ich esse gerne die Wackelpudding von Oetker mit der Vanilli Soße, da sind immer 4 aneinander. Macht man das zeug selber dann muss man neben dem Pulver noch 6 Löffel in den Topf tun. Trotzdem erreicht es nicht die süße.

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