Hunger

bird-793914_960_720

Magenknurren

Als heute Morgen mein Magen knurrte fragte ich mich: Was geschieht eigentlich, wenn ich mich hungrig fühle?

Das gesamte Verdauungssystem befindet sich ständig in wellenartiger Bewegung, um die Nahrung transportieren und verwerten zu können. Ist der Magen leer wird durch diese Bewegungen die dort enthaltene Luft in Schwingungen versetzt. Dadurch entstehen dann die Magengeräusche, die an ein Knurren erinnern.

Gehirn signalisiert Hunger

Das Gehirn reagiert sofort auf einen leeren Magen und die damit verbundene abfallende Nährstoffkonzentration im Blut und fordert Nachschub. Es benötigt die Hälfte der täglich zugeführten Kohlenhydrate und zwei Drittel der Glucosemenge. Das Gefühl hungrig zu sein, wird vom Gehirn gesendet, vorbeugend sendet es auch Appetitsignale, um permanent optimal versorgt zu sein. Bei einem Übermaß an Nahrung, kann dieses System durcheinander geraten.

Bei mir ist es so, dass ich kaum noch zu genießen bin, wenn ich Hunger habe. Trotzdem reagiere ich nicht immer gleich auf meine Nahrungs-Aufnahme oder -Nichtaufnahme. Im Alltag, vor allem während der nicht so sehr geliebten Arbeit, stört mich mein leerer Magen sofort. Manchmal frage ich mich, ob der wirklich schon wieder leer ist, aber da er knurrt, wird es wohl so sein. Im Urlaub dagegen habe ich oft nur gefrühstückt (durch das spätere Aufstehen natürlich nicht so früh wie sonst) und erst gegen Abend wieder Hunger verspürt. Ich nehme an, das umfangreichere Frühstück hat mein Verdauungssystem länger beschäftigt, und die mich interessierenden Eindrücke lenkten das Gehirn länger ab. Wenn ich dann aber hungrig wurde, wollte ich auch sofort etwas essen.

Ich muss lernen, viel mehr auf meinen Körper zu hören. Bestimmt esse ich öfter, als mir bewusst ist, nur aus Appetit und/oder Langeweile (selbst wenn ich etwas zu tun habe, langweile ich mich dabei, weil es oft lediglich lästige Pflichten sind). Wenn ich im Urlaub nicht so oft den Gelüsten nach Süßem oder Knabbereien oder auch den „Hütchen“ nachgegeben hätte, hätte ich bestimmt nicht einmal das eine Kilogramm zugenommen. Und so viel mehr als daheim habe ich mich dort auch nicht bewegt, vielleicht nur etwas extremer in einigen Ausflugs-Phasen.

FDH …

Habt ihr schon vom Minnesota-Experiment gehört? Ich finde das total interessant, auch wenn man den Ablauf natürlich kritisch betrachten muss. Sechs Monate lang ließ man Freiwillige nach dem Prinzip des FDH (Friss die Hälfte) halb verhungern. Man wollte Schlüsse daraus ziehen, wie man dem Hungern in Kriegszeiten entgegenwirken könnte. Das Gewicht der Teilnehmer ging um durchschnittlich 24% zurück, Muskelumfang und Herzvolumen nahmen ab, der Puls verlangsamte sich, die Kraft ließ nach. Neben Schwindel traten auch Apathie, Depressionen und Müdigkeit auf. Schlechte Laune und Reizbarkeit nahmen zu. Die Teilnehmer konnten irgendwann nur noch ans Essen denken. Ich will jetzt nicht alles aufzählen, es gibt einige Seiten im Netz, die über das Experiment detailliert berichten.

Ich habe aus diesen Berichten mitgenommen, dass es für den Körper nicht gut sein kann, zu wenig zu essen. Es reicht nicht, die Kalorienzufuhr zu reduzieren (zum Abnehmen schon, aber der Körper kann dadurch auch Schaden nehmen), man muss seine Ernährung wirklich umstellen. Für mich heißt das eindeutig: mehr Gemüse, weniger Getreideprodukte. Denn mit meinen 1600 kcal pro Tag, die ich maximal zu mir nehmen dürfte, wenn ich nicht nur im Schneckentempo abnehmen möchte, bekommt mein Körper zu wenig gesunden Input.

Verhungern

Was ich auch noch im Zusammenhang mit Hunger interessant fand: Egal ob dick oder schlank, fettleibig oder untergewichtig, bei absolutem Nahrungsentzug beginnt in jedem Körper bei 40% Gewichtsverlust die Todeszone. Nach drei Tagen ohne Nahrung beginnt der körperliche Zerfall. Ein Fettpolster hilft also absolut nichts in Hungersnöten. Da frage ich mich mit Blick auf die Fettzellen: Warum nur legt der Körper diese Vorratspolster dann an? …

 

Advertisements

3 Gedanken zu “Hunger

  1. Aber 40% Körperverlust ist doch bei 100kg was anders als wenn die Person mit einem Ausgangsgewicht von 60Kg keine Nahrung mehr zu sich nimmt. Also, sind die Fettpolster doch bedeutend 🙂

    Gefällt mir

    1. Die 40%-Grenze gilt bei absolutem Nahrungsentzug. Als 60 kg schwerer Mensch stirbst du dann rein rechnerisch ab einem Gewicht von 36 kg, als 100 kg schwerer Mensch bei 60 kg. Auch da gibt es natürlich individuelle Unterschiede, je nachdem, wie gesund der Körper zuvor ernährt wurde. Ich kann dir gerne den Link dazu raussuchen, da stehen auch noch mehr Details.
      Wenn wir während der Abnahme essen, was ja auch normalerweise der Fall ist, können schwerere Menschen natürlich mehr als 40 % ihres Gewichts verlieren.

      Gefällt mir

    2. Ich habe mir das heute Morgen noch mal durch den Kopf gehen lassen. Du könntest natürlich Recht haben, denn 24 kg könnte man ja schneller abnehmen als 40 kg.
      Allerdings weiß ich nicht, ob die Abnahme da gleich läuft, denn Dickere nehmen ja meist zu Anfang viel schneller und mehr ab als Dünnere.
      Wahrscheinlich „weiß“ der Körper schon, warum er was tut.
      Vielen Dank auch noch für deinen Kommi.
      Viele Grüße, Idgie

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s