Ich bin nur ich

Sneakers

Darf ich mit 50 noch Turnschuhe tragen? Und Jeans mit Scratches? Noch dazu mit 100 Kilos auf Rippen und Co? Der Blick meiner Kollegin wanderte auch direkt zu meinen Füßen, als ich sie heute Morgen, am Kopierer stehend, grüßte. Sie sagte nichts … (außer „Guten Morgen“)

Egal! 

Ich musste grinsen.

Ganz nach dem Motto: „Lass die Leute reden.“

Ich muss ja zugeben, auch ich fühle mich noch ungewohnt in dem halbwegs neuen Look (deshalb auch meine Gedanken, denn bisher bin ich brav in Stoffhose und schwarzen Schuhen ins Büro gekommen), aber ich fühle mich gut dabei. Das Gehen in den neuen Turnschuhen – Sneakers heißen sie ja heute – macht Spaß. Und es gefällt mir, wie die Jeans meine Beine umspielt. Vor einem Jahr trug ich in meiner Freizeit eine zwei Nummern größere Jeggings, die damals recht eng saß. Zuletzt schlabberte sie nur noch um mich herum. So mussten ein paar neue Kleidungsstücke her, und ich beschloss, auch im Büro lässiger zu werden. Und dann wuchs plötzlich das Verlangen nach weißen Turnschuhen, wie ich sie früher als Teenager und junge Frau trug. Okay, hat wohl doch was mit dem Alter zu tun, aber …

… was soll’s?!

Momentan sehe ich sogar gerne mein Spiegelbild an, wenn ich die neuen Kleidungsstücke trage. Das ist echt ein Fortschritt für mich. Im Büro haben wir massig Spiegel. Die kompletten Flure entlang zieren pro Büro ein bis zwei die Zwischenräume von Türen und Glaswänden. Und ich muss aufpassen, nicht irgendwo gegen zu laufen, weil ich ständig zur Seite schaue, um mich anzusehen, und nebenbei höre ich in Gedanken Nenas „Berufsjugendlich“:

„Die Leute mögen es nicht, es geht ihnen gegen den Strich.
Ich bin viel zu berufsjugendlich. Ich erfüll‘ anscheinend nicht meine Pflicht.
Ich trag‘ zu oft ein Lächeln im Gesicht. Ich bin anscheinend schon ur- ur- alt.
Ich dreh‘ die Musik auf, dass es knallt.

Ich bin nur ich, hast du das geschnallt?!“

Towanda! Das musste ich jetzt mal loswerden. Euch allen einen tollen Wochenstart,

Eure gut gelaunte Idgie

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11 Gedanken zu “Ich bin nur ich

  1. Sneakers im Büro – für mich voll in Ordnung. Ich habe mittlerweile drei Paar zur Auswahl 🙂
    Die Kollegen staunen vielleicht über diese neue Seite an Dir, aber die meisten finden es bestimmt auch schön so. Wünsche Dir viel Freude mit Deinem neuen Outfit! LG Trina –

    Gefällt 2 Personen

    1. Hallo Trina,
      vielen Dank. Ja, es ist für die Kollegen genauso ungewohnt. Aber schon bald wird es für mich normal sein, genaugenommen besser als zuvor. Als ich damals aufhörte, meine Haare zu tönen, sprachen mich auch mehrere darauf an und fanden es gut. Man muss zu sich stehen, auch wenn das nicht immer ganz einfach ist.
      Viele Grüße, Idgie

      Gefällt 1 Person

  2. Mach dir kein Kopf über die anderen! Solange es dir gut geht und du glücklich bist, ist alles super! Glaube mir, wenn du Freude und Selbstbewustsein nach Außen strahlst, werden die Anderen das auch schon merken! Ich habe in einer Kanzlei gearbeitet. Ich bin dann auch irgendwann mit Chucks und Jesans hin, das war mir einfach zu blöd ständig „in Arbeitsssachen“ rumzulaufen. Vor allem wenn man auch noch Überstunden und Co. macht. Irgendwann haben das die Kollegen auch angefangen lockerer zur Arbeit zu kommen. Das was du gerade machst ist einfach super! Es sollten mehr Leute ein Beispiel an dir nehmen! 🙂

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Sarah,
      vielen Dank. Bei Schubladen fällt mir ein, ich wurde immer in die falschen gesteckt, und wenn die Menschen mich näher kennenlernten, waren sie oft erstaunt. Meist positiv oder sie haben mich als Spinner neu „verstaut“. Ich werde weiter daran arbeiten, auch nach außen ich zu sein.
      Viele Grüße, Idgie

      Gefällt 1 Person

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