„Wink des Schicksals“ oder …

apple-174863_960_720… „die Strafe folgt auf dem Fuß“

Gestern war mir alles egal. Dummerweise bereits beim Einkaufen, und so wanderten prompt eine Flasche Bardolino und eine Tüte Chips in den Einkaufswagen. Dazu noch ein Schokomuffin für den Kaffee-Snack. Der Nachmittag musste ja überbrückt werden.

Und ich aß alles. Mit Genuss und auch ohne Reue, muss ich zugeben.

Heute Morgen lief dann zunächst alles wie gewohnt. Aber als ich das Haus verließ, beladen mit meiner Einkaufsbox voller alter (zu groß gewordener) Kleidungsstücke zum Spenden, öffnete mir netterweise eine gerade vorbeigehender Fremder unser Gartentor und verriegelte es mit den Worten: „Damit Ihr Hund nicht raus läuft“, sogar wieder hinter mir.

Okay, natürlich bemerkt jeder Passant unseren Hund, denn der kläfft sobald sich jemand auch nur halbwegs unserem Grundstück nähert. Und mangels konsequenter Erziehung hört er damit auch erst auf, wenn der „Feind“ sowohl aus dem Sicht-, wie auch dem Hör- und, wie ich bei der Dauer des Gebells vermute, auch dem Geruchsfeld verschwunden ist.

Als ich dann mit der Box vorm Bauch zu meinem Auto ging, musste ich dem Fremden ein paar Meter folgen. Daraufhin drehte er sich um und meinte: „Oh, so weit gehen Sie heute.“

So weit … Ich parkte noch immer vor unserem Grundstück, wenn auch ungefähr drei Autolängen vom Eingang entfernt. Als weit empfinde ich das eigentlich nicht. Na ja, er meinte das bestimmt auch nur in Relation zu meinem sonst üblichen Parkplatz und nicht in Bezug auf meine Fitness. Das sind die Momente, wo ich mir als Dicke unbewusst einrede, mich würden alle nur auf meine Figur reduzieren. Dabei ist das Quatsch. Ich weiß das, doch die emotionalen Bereiche in meinem Gehirn müssen das noch immer lernen.

Darüber dass ein Fremder meine Gewohnheiten so gut kennt, denke ich lieber nicht weiter nach. Wahrscheinlich geht er nur wachsamer durch die Welt als ich.

Als ich dann im Büro ankam und dort wie gewohnt zunächst meine Tasche mit den Vorräten auspacken wollte, erkannte ich, dass mein Frühstück noch daheim in der Küche lag. So ein Mist aber auch. Leckeres Käsebrot mit Gurke und einer Banane. Und nun?

Karte aufladen und ins Firmen-Bistro gehen, wo es überteuerte, dick mit Butter und Belag bestrichene Baguettebrötchen gibt? Ein wenig Gurke und Salat liegen auch bei. Und köstlich sind sie. Zumindest fand ich das früher, denn seit gefühlten Ewigkeiten habe ich mir dort kein Brötchen mehr gekauft.

Ich kontrollierte meine Bürovorräte und befand, zwei kleine Äpfel und ein Nuss-Müsliriegel könnten auch reichen. Mein Frühstück würde ich dann Mittags genießen (gut dass ich Teilzeit arbeite), ich muss dann ja nicht mal mehr etwas zubereiten. Sehr praktisch!

Aber mein Magen knurrt schon jetzt sehr nachhaltig. Ich schaue zu dem kargen Frühstück und werde auch noch streng. Jetzt darf ich noch nichts davon essen. Schließlich habe ich nachher noch ein Meeting, und da soll mein Magen auf keinen Fall knurren. Also muss ich durchhalten. Vielleicht doch noch ein Glas Wasser. Oder einen Kaffee?

In der Teeküche habe ich mich dann tatsächlich dabei erwischt, wie ich – während ich darauf wartete, dass der Wasserkocher seine Pflicht erfüllte – einen Blick in den Firmenkühlschrank warf, um mal zu sehen, was denn dort nicht mit einem besitzanzeigenden Namen versehen war. Ein leckerer Dreikorn-Joghurt lachte mich schon beinahe aufdringlich direkt aus dem obersten Fach an …

In dem Moment sagte ich mir, dieser Morgen ist der Ausgleich für mein gestriges Gelage. Egal, ob eine höhere Macht das so gesteuert hat oder ich nur das Opfer meiner eigenen Schusseligkeit bin. Ich werde durchhalten! Ich schloss die Kühlschranktür wieder. Ohne Mundraub zu begehen.

Jetzt dauert es ja auch nur noch eine gute Stunde bis zur Besprechung. Aber wenn mir nachher meine Kollegin etwas aus ihrer Naschkiste anbietet, werde ich heute bestimmt nicht ablehnen.

Eure Idgie

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