Veränderungen sind nicht immer leicht

Eigentlich wollte ich heute gar kein Wochen-Tagebuch schreiben, weil die Woche so absolut besch… eiden verlaufen ist. Aber heute früh hat mich ein Zeitungsartikel so motiviert, dass ich wieder positiv eingestimmt bin und auch zu der Disziplinlosigkeit der letzten Zeit stehen kann. Irgendwie gehören solche immer wiederkehrenden Tiefstände wohl dazu, wenn man seine fünfzigjährigen Gewohnheiten ändern will bzw. ändert.

Wenn ich zurückblicke auf die vergangenen Tage erkenne ich auch die alten Muster der Ausreden und des Schönredens. Aber ich habe sie schnell als Selbstbetrug eingestuft und vergesse jetzt einfach die letzte Zeit. Das Voranblicken ist viel wichtiger als das Zurückschauen auf schlechte Phasen (auch wenn die Juli-Gewichtskurve echt deprimierend aussieht). Da ich mich kaum bewegt habe, aktualisierere ich meine Polar-Uhr-Daten lieber gar nicht erst …

Heute Morgen habe ich mich schon zu einem Spaziergang aufgerafft. Statt mit dem Auto zum Paketshop zu fahren, schnappte ich mir meinen Hund und stiefelte los. Im Schatten war es auch richtig herrlich, in der Sonne spürte man schon die sich für heute ankündigende Hitze. Als ich den kleinen Shop betrat stand mir auch prompt der Schweiß auf der Stirn und bestimmt leuchtete mein Gesicht alles andere als unauffällig. Es hat mich niemand drauf angesprochen. Wieso sollte man auch? Wahrscheinlich ist es nicht einmal Jemandem negativ aufgefallen, nur mir selbst. Ich muss mir unbedingt abgewöhnen, mir immer einzureden, dass mich alle Mitmenschen nur anstarren und sich über mich amüsieren würden. Die haben Wichtigeres zu tun, als sich über mich Gedanken zu machen. Wann kann ich das nur endlich abstellen? Aber ich schweife ab …

1,5 km Fußmarsch habe ich geschafft, ein guter Tageseinstieg!

 

Freiheit im Arbeitstag

Gestern habe ich das erste Mal Flex-Office gemacht, früher hieß es Home-Office. Mit anderen Worten, ich habe daheim gearbeitet. Zunächst dachte ich, ich müsste dafür viel Disziplin aufbringen, aber eher das Gegenteil war der Fall. Ich wachte um halb 6 auf, fühlte mich total ausgeruht und war schon richtig fröhlich, weil ich es genoss, ohne Wecker den Arbeitstag beginnen zu können. Nach dem Frühstück fuhr ich dann den Firmen-Laptop hoch und zunächst tat sich nichts. Keine Ahnung wieso, aber ich musste ihn drei Mal neu starten, bevor ich mich endlich einloggen und dann mit dem Firmen-Netzwerk verbinden konnte. Aber dann legte ich los. Ruckzuck hatte ich meine Arbeit erledigt, die ich ursprünglich sogar auf zwei Vormittage verteilen wollte. Ich beantwortete auch brav meine E-Mails und zeigte so betriebliche Präsenz … 😉 und als ich mich kurz vor Mittag ausloggte, fühlte ich mich richtig zufrieden. Ich habe gut 1,5 Stunden eingespart, habe viel konzentrierter und zügiger gearbeitet, genoss die Freiheit, mal zwischendurch mit dem Hund rausgehen zu können und überhaupt war der Vormittag echt super. Das muss ich unbedingt wiederholen. Leider dürfen wir nicht jede Woche Flex-Office machen und auch nicht jede meiner Arbeiten kann ich von daheim aus erledigen. Aber sobald es wieder möglich ist, lege ich einen Heimarbeitstag ein. Das gibt einem ein kleines bisschen mehr Freiheitsgefühl.

 

Wahre Leidenschaften erkennen

Michèle-Mouton
Michèle Mouton – Audi Quattro – 1985

Und nun will ich Euch noch von meiner morgendlichen Motivation berichten. Es heißt ja immer, man solle seine wahren Leidenschaften erkennen und die verfolgen. Ich bin aber der Verzettelungs-Typ mit einem Haufen Interessen, da wird das schon schwierig. Als ich heute früh den Bericht von einem Reporter las, der bei einer Rallye Beifahrer sein durfte, da spürte ich dieses Kribbeln im Bauch, das sich bis in den Brustkorb ausbreitete. Genauso erging es mir als ich 22 war und einen Bericht über Michèle Mouton las, woraufhin ich mit dem Rallyefahren begonnen hatte. Hatte ich Euch von meiner Motorsport-Begeisterung schon berichtet? Jedenfalls mussten wir nach wenigen Jahren zwangspausieren und irgendwie hat sich danach nie wieder das Rallyefahren ergeben. Eigentlich ist es aber genau das, was ich noch heute möchte. Ich verdränge es nur immer wieder, vorrangig wegen der damit verbundenen Kosten. Aber auch die Vorstellung, mich in einen Fahreranzug, der ja heute sinnvollerweise Vorschrift ist, hineinzwängen zu müssen, ist nicht gerade förderlich. Wie eine wandelnde, hinkende Wurst, die kaum über die Überrollkäfigverstrebungen aus dem Auto herauskriechen kann, würde ich aussehen. Trotzdem habe ich mir heute überlegt, meine Vision von meinem schlankeren Ich mal in die richtige Richtung zu verändern. Ich muss noch ein bisschen in mich gehen, ob ich das Ziel Rallyefahren wieder aufnehmen will und kann und wie der Weg dorthin aussehen würde, nicht nur körperlich sondern auch finanziell. Ich bin unschlüssig, obwohl mein Gefühl mir heute wieder deutlich gezeigt hat, was es möchte. Meine positive Grundeinstellung habe ich zurück, doch in meinem Verstand reicht es in Bezug auf das Rallyefahren bis jetzt nur zu einem leisen …

Towanda!

 

Ich wünsche euch allen ein tolles Wochenende, und ich miste daheim mal weiter aus und denke dabei über meine Ziele nach.

Eure Idgie

 

 

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2 Gedanken zu “Veränderungen sind nicht immer leicht

  1. Ich habe ja jeden Freitag meinen Home-Office Tag und genieße ihn sehr. Ich arbeite zuahuse definitiv nicht weniger als im Büro (eher mehr) aber gehe es entspannter an, weil ich zwischendurch immer mal Dinge wie waschen, kochen etc. erledigen kann. Sowas solte viel mehr Menschen angeboten werden (soweit in der Arbeitsorganisation möglich). Dir auch ein schönes Wochenende! Ralf

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  2. Man muß auch „gönne könne“.. auch sich selbst. Immer nur auf alles verzichten würde mich total nökelig machen..
    Ist schon echt schwer…ich kann Dich nur bewundern das Du so am Ball bleibst. Ja..Bewegung ist sicher sehr wichtig.. da bemühe ich mich ja auch…
    LG, Petra

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