Gefangene des eigenen Lebens?

Suche nach dem Glück

Gestern beim Feld-Spaziergang versuchte ich herauszufinden, was ich denn nun wirklich tun möchte, was mich glücklich und zufrieden macht. Damit beschäftige ich mich ja schon eine ganze Weile, aber so richtig voran komme ich nicht.

Ich wünsche mir die Zuversicht und die noch so freien Gedanken meiner jungen Jahre zurück, doch diese Stimmung kann man nicht so einfach wiederbeleben. Ich will nicht den alten Zeiten nachtrauern, im Gegenteil, ich versuche herauszufinden, was mir, und nur mir (im Moment muss ich egoistisch sein), jetzt und Morgen gut tun kann und für mein Leben wichtig ist.

Träume der Kindheit

Bei der Suche nach Tipps im Internet las ich mich durch viele Beiträge. Hängen blieb die Frage: „Über was würde mein kindliches Ich sich aufregen, wenn es mich heute sehen würde?“

Nicht leicht zu beantworten.

Mir kommt immer wieder eine Szene in den Sinn, als ich damals als Vierzehnjährige Prospekte verteilte und auf dem Türschild eines schönen Reihenhauses vor dem Namen ein „Dipl. Ing.“ stand. Ich sagte mir, das würde auch eines Tages meinen Namen zieren …

Etwas später wollte ich Pilotin werden oder zur Polizei gehen. Ins Ausland wollte ich auch …

Ich denke an meinen Traum, Cutterin zu werden und einmal einen großartigen Spielfilm zu schneiden …

Und natürlich darf ich die berühmte Rallyefahrerin in mir nicht vergessen. Irgendwie wollte ich Ruhm erlangen, aber ohne im Rampenlicht zu stehen, denn das habe ich schon immer gehasst. Passt nicht so ganz zusammen …

Berühmt werden will ich heute nicht mehr. Oder vielleicht doch? Ganz tief im Inneren? Habe ich das Gefühl nur mit all der Vernunft und Arbeitsamkeit unterdrückt? Ich kann es nicht einmal sagen.

Schon früh lernte ich, dass meine Träume entweder an meinem Dicksein oder am Geldmangel scheiterten. Zum Teil auch an meiner Vernunft, aber das erkannte ich erst später.

Und jetzt?

Ich spüre ein großes Freiheitsbedürfnis in mir. Eigentlich müsste ich meinen Job kündigen. Keinen Zeitrahmen mehr, den ich einhalten muss. Keine Arbeiten erledigen, die mir andere vorgeben. Aber meine Vernunft lässt sich hier dann doch nicht beirren. Mein Job ist sehr sicher, ich habe viel mehr Spielraum als die Mehrheit der Arbeitnehmer, dazu gute Sozialleistungen und einen guten Verdienst. Das alles will ich nicht aufgeben. Also muss ich mich in meiner übrigen Zeit optimieren.

Auch daheim habe ich das Gefühl eine Gefangene zu sein. Und das kann ich ändern:

Ich lasse einfach all die Tätigkeiten, die ich regelrecht hasse – dazu gehört bei mir vor allem der Haushalt – bzw. ich minimiere sie auf das nötige Minimum. Schließlich habe ich zwei Männer daheim, die sehr wohl ihren Teil beitragen können. Ich muss es nur entsprechend regeln. Oder aber einfach alles liegenlassen.

Außerdem halse ich mir immer zu viele Aufgaben auf. Klar macht das Spaß, aber es kostet auch Zeit. Hier muss ich viel mehr aufpassen, was ich übernehme. Ich erledige jetzt alle auf Halde liegenden „Pflichten“ und nehme keine neuen mehr an. Seit geraumer Zeit spüre ich das Kribbeln in den Fingern und den Gedanken, das mich wieder zum Schreiben lenken will. Und ich möchte dem zu gerne nachgeben. Dazu benötige ich aber Freiräume, und zwar permanente. Und genau die schaffe ich mir jetzt.

Natürlich werde ich weiter auf meine Ernährung und Bewegung achten, gerade aber die Ernährung soll jetzt Routine bleiben. Dadurch nehme ich langsamer ab, aber es geht voran. Ich werde die nächste Zeit weniger oft kochen, dafür mehr Rohkost zu mir nehmen. Das spart Zeit und ist auch gesund.

Und so kann ich nach und nach alles erledigen. Fertig sind schon das Fotobuch und die Geschenke für einige Familienmitglieder. Ein Erinnerungs-Fotoalbum im Scrapbook-Stil befindet sich auch schon in den letzten kreativen Zügen. Danach mache ich mich an die Vereins- und Urlaubs-Videobearbeitung. Das Ausmisten (Verschenken, Verkaufen, Entsorgen) geht parallel weiter. Es wäre toll, wenn ich am Jahresende alles erledigt hätte. Dazwischen kommt noch eine Partyplanung, aber es ist zu schaffen.

Natürlich maloche ich jetzt nicht rund um die Uhr. Ich will ja schließlich auch leben und genießen. Basteln und handarbeiten gehören weiter dazu, ebenso wie lesen und Filme schauen und natürlich das Bloggen. Auch wenn ich mich gerade frage, ob euch das alles, was ich hier geschrieben habe, überhaupt interessiert. Ist ja mal ein recht persönlicher Blog-Tagebuch-Beitrag. Ich schaue mir übrigens gerade Filme an, die sich mit Glück und Zufriedenheit beschäftigen. Sehr inspirierend, muss ich sagen. Ich werde Euch noch davon berichten.

Und jetzt gebe ich dem Scrapbook-Album den letzten Schliff.

Ich wünsche Euch allen ein schönes, zufriedenes Wochenende mit dem richtigen Blick, das Glück zu erkennen.

Eure Idgie

sonnenblumen

 

 

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3 Gedanken zu “Gefangene des eigenen Lebens?

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