Irisin -Mythos oder Realität?

IrisIm Jahre 2012 meinten Forscher die Lösung für das adipöse Problem der Industriestaaten-Menschheit gefunden zu haben. Sie nannten es Irisin. Einigen Quellen zufolge nach der Blume Iris, in der dieses Protein ebenfalls vorkommt, anderen Quellen zufolge nach der Göttin Iris, die in der Mythologie meist als Götterbotin agiert.

Ursprünglich wurde festgestellt, dass Irisin sich durch sportliche Betätigung der Muskulatur bildet, daraufhin den Stoffwechsel anregt und den Abbau der Fettzellen fördert. Irisin verarbeitet das ungesunde weiße Fett in energieliefernde brauen Fettzellen. Dadurch wird vermehrt Energie freigesetzt, die den Gesamtenergiebedarf erhöht und zu einem leichten Gewichtsverlust führt. Nun dachte man, dem Körper könne von außen Irisin zuführen werden, um den Fettabbau zu unterstützen. Aber wie es so ist im Leben: Ohne Fleiß kein Preis. Oder in diesem Fall: ohne Schweiß keinen Erfolg. Es funktionierte nicht.

Zwischenzeitlich wurde festgestellt, dass sich durch Betätigung der Muskulatur kein Irisin bildete. Sowohl bei trainierten Muskeln wie auch bei wenig Muskelgewebe konnte mit der Messmethode „Western Blot“ kein natürliches Irisin nachgewiesen werden. Auch künstlich zugesetztes Irisin brachte bei Versuchen mit Rindern nicht den erhofften Abnehmerfolg.
Es wurde von einem Messfehler bei den vorausgegangenen Forschungen ausgegangen.

Wäre ja auch zu schön gewesen, um wahr zu sein, wenn man einfach nur eine Pille schlucken und dadurch seine Fettpolster verschwinden lassen könnte. Na, da müssen wir uns wohl weiterhin anstrengen, um abzunehmen, und Muskeln aufbauen, um den Grundumsatz unseres Körpers zu erhöhen.

 


Quellen: wikipedia.org, welt.de, n-tv.de, laborjournal.de


 

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6 Gedanken zu “Irisin -Mythos oder Realität?

  1. Es ist irgendwie schon schräg – da wird so viel Energie in die wissenschaftliche Lösung des Problems „stetige Verfettung der Menschheit“ investiert, anstatt einfach mal bei den Lobbyisten anzusetzen, die seit Jahrzehnten verhindern, dass bei verarbeiteten Lebensmitteln groß und sichtbar Ross und Reiter genannt werden. Oder diesen ganzen Maltodextrin-Irrsinn auszurotten.
    Oder dafür zu sorgen, dass wir einfach achtsamer damit umgehen, was wir in die Körpermaschinerie stopfen. Die Franzosen, Italiener, Spanier geben prozentual viel mehr Geld für qualitativ hochwertige Lebensmittel aus – und sind in der Folge deutlich weniger fett als die Deutschen. Ganz ohne Wissenschaft.
    Irgendwas machen die richtig! 😀

    Trotzdem – interessanter Artikel! 🙂

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