Life is a Lemon

background-1239034_960_720Ich muss heute mal ein bisschen jammern …

Da geht man mal extra früh ins Bett, um das Schlafdefizit der beiden vorangegangenen Nächte auszugleichen und in der Hoffnung nach dem Aufstehen wirklich fit zu sein, und dann klingelt mitten in der Nacht, eineinhalb Stunden bevor der Wecker seiner Pflicht nach kommt, das Telefon. Drei Mal. Zu oft, um nicht aufzuwachen und zu wenig, um es rechtzeitig zum Gerät zu schaffen. Rufnummer natürlich unterdrückt. Aber so weiß ich wenigstens, dass es nicht meine allein lebende Mutter war.

Eineinhalb Stunden. Genug Zeit, um sich noch mal ins Traumland zu verabschieden. Dachte ich mir zumindest. Es wurden eineinhalb Stunden des Grübelns daraus. Über mein Leben, meine Arbeit, meinen Shop, meine Ehe – kurz: über all das, was nicht ganz rund läuft. Das Nervige ist nur, dass das nächtliche Grübeln zu nichts führt, außer zu Unzufriedenheit und Müdigkeit.

Im Auto, auf dem Weg zur Arbeit ging es weiter. Natürlich passend zur Musik … Zunächst lief noch Meat Loaf: „Life is a lemon and I want my money back…“ [Genau!!!], danach „Hallelujah“ von Jeff Buckley [Ich überlegte mir, dass das Lied eigentlich gut auf meiner Beerdigung gespielt werden könnte und ich doch endlich mal ein Testament schreiben sollte.] und schließlich „Carry on my wayward son“ von Kansas [Könnte man das auch zum letzten Geleit spielen?].

Zu den Klängen von Kansas fuhr ich in die Firmen-Tiefgarage und in dem Moment setzte sich eine neue Story-Idee in meinem Kopf fest. Oh Mann! Ich habe noch keinen meiner begonnenen Romane fertiggestellt, von den vielen Fanfictions zu „Supernatural“ vor einigen Jahren mal abgesehen (die sind fertig, aber nicht mehr online – qualitativ wären sie aber auch überarbeitungswürdig).

Was soll ich denn nun machen? Mein Umfeld (Haus und Hof und Mensch) in Ordnung bringen oder ignorieren und die Zeit zum Abtauchen in meine Schreibwelt nutzen? Meinen Shop vorantreiben oder meine Bastelleidenschaft nur treiben lassen? Eigentlich hetzt mich ja niemand.

Was tut man, wenn man nicht weiß, was einem am Wichtigsten ist und für alles gleichzeitig die Zeit fehlt? Im Moment vertrödele ich sogar viele Stunden mit Nichtstun. Okay, nichts ist es nicht, aber Handy-Spielereien oder TV-Zapping ist eigentlich nicht das, was mich weiter bringt. Es bewirkt eher noch das Gegenteil, und doch falle ich immer wieder in diese Lethargie (würde ich es schon nennen.)

Ach ja: Midlife-Crisis … Wechseljahre …

Life is a lemon and I want my money back!

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5 Gedanken zu “Life is a Lemon

  1. Toll geschrieben und auf den Punkt gebracht … mir ging es ähnlich und dann hab ich angefangen mir einen Filofax zuzulegen (also so einen voll Retro Terminplaner mit echten Blättern drin) und mir alle Gedanken (wenn sie auf mich gestürzt sind) aufzuschreiben und einen kleinen Masterplan zu entwickeln … hat ziemlich gut geholfen und mach ich immer noch jeden Tag (hilft mir die Gedanken zu ordnen)
    liebe Grüße
    Andrea

    Gefällt 2 Personen

    1. Das sollte ich auch mal machen. Bisher habe ich zwar schon ständig was notiert, allerdings habe ich mehrere Kladden (wegen der vielen Themen …), was eigentlich nur für noch mehr Chaos sorgt. Wie ein Spiegel meines Alltags. Vielleicht spiegelt es ja zurück auf mich, wenn ich alles an einem Ort versammle und ordne.
      Vielen Dank und liebe Grüße,
      Idgie

      Gefällt 1 Person

    1. Schwierig … Ich denke dann ja immer noch. Das kann ich einfach nicht abschalten. Manchmal sitze ich eine ganze Weile im Garten und tue nichts. Danach bin ich zwar entspannter, aber mehr auch nicht. Ich werde es aber mal gezielter versuchen dabei auch nicht nachzudenken. Einfach nur im Moment zu sein. Danke für den Anstoß 🙂
      Ich habe auch schon mal an Meditation oder ähnliches gedacht. Sport und Bewegung könnte ja auch helfen, aber dazu muss ich mich meistens noch immer zwingen.
      Viele Grüße, Idgie

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