Fremdgesteuerte Unzufriedenheit?

Was ist der Sinn meines Lebens? Müsste ich nicht zufrieden sein? Oder sollte ich von vorn anfangen?

Fragen, die ich mir so oder ähnlich in letzter Zeit häufig stellte. Klare Antworten habe ich nicht gefunden. Auch nicht auf die Frage, woher diese Zweifel kommen. Ich dachte, es liegt an meinem Alter und den nicht erfüllten Träumen. Aber jetzt glaube ich, das Problem ist nicht allein in mir gewachsen.

Wie gelingt mein Leben?

„Was gehört zu einem gelungenen Leben? Sind das Zufriedenheit, Glück, Erfolg, Reichtum, Erfüllung oder gar Stärke?“ [Zitat aus der Sendung „Sonntags“]

Heute Morgen sah ich beim Frühstücken zufällig einen Bericht im ZDF: „Sonntags“. Dort ging es um genau solche Lebenszweifel. Was mich während dieses Beitrages wirklich zum Nachdenken bewegte, war die Erkenntnis, dass in den letzten Jahren die Medien mit „Anleitungen zum Glücklichsein, Coaching für alle Lebenslagen“ [Zitat aus der Sendung „Sonntags“] nur so um sich werfen und uns eigentlich erst einreden, wir wären nicht glücklich. Wir müssten etwas ändern.

Dazu kommt wohl auch noch, dass es uns so gut geht, dass wir uns mit Gedanken über unser Leben überhaupt erst quälen können, weil wir uns keine Sorgen ums Überleben machen müssen. Und schon erkennen wir, wie unzufrieden wir sind. Dass uns etwas fehlen würde. Und dass wir ja auch noch immer nicht unsere Bestimmung gefunden haben. Wir müssten dringend lernen, in uns zu horchen. Müssten uns analysieren und selbsterkennen, um schließlich einen besseren Weg einschlagen zu können.

Manchmal kommt mir sogar der verschwörungstheoretische Gedanke, diese Streuung von Selbstzweifeln könnte in purer Absicht geschehen. Wenn wir mit uns selbst hadern, uns nur um uns kümmern wollen, dann wird das Geschehen um einen herum sehr viel unwichtiger. Die Menschen denken nun einmal zuerst an sich. Ausnahmen gibt es natürlich. Und so befasst sie sich weniger mit den Problemen um sich herum, die sie ja (noch) nicht direkt betreffen. Aber das Thema vertiefe ich lieber nicht, zumal ich politisch nicht besonders gut informiert bin. Ich gehöre wohl zu der Masse, die sich lenken lässt und bin mehr mit mir beschäftigt …

Bedürfnisse werden erst geschaffen

Neulich kaufte ich mir eine Ausgabe der Zeitschrift „Happinez“. Die Inhalte gefielen mir größtenteils und auch die Aufmachung sprach mich an. Ich dachte noch, wie cool es sei, dass sie so eine Zeitschrift veröffentlichen. Inzwischen habe ich aber bemerkt, wie viele Papierwerke es in dieser Art gibt. Ob „Engelmagazin“, „Auszeit“, „Happy Way“, „Werde“ oder auch „Happinez“, früher gab es höchstens die „Vital“, die sich mit einem gesunden und zufriedenen Leben beschäftigte.

Und nun verfolgt mich diese Thematik der Zufriedenheit geradezu. In allen Medien. Ich glaube, erst dadurch wird uns suggeriert, dass wir gar nicht zufrieden sein können und unbedingt etwas ändern müssen. Und auch all der Input, der tagtäglich auf uns einprasselt, die Eindrücke von anderen Menschen, anderen Leben, denen es ja so viel besser geht, weckt immer neue Bedürfnisse in uns. Wir wollen uns genauso fühlen, das gleich haben und erleben. Immer mehr und mehr und mehr.

Und dabei verlieren wir aus dem Blick, wie gut es uns doch geht.

Erkenntnis

Ich habe begonnen eine Art Selbstfindungs-Tagebuch zu führen. Schon bei den ersten Zeilen wurde mir bewusst, dass ich nicht mich selbst lieben will, wie es einem überall als das Non-Plus-Ultra für ein erfülltes Leben propagiert wird. Ich möchte nur zufrieden mit mir sein, und streng genommen kann ich das ab sofort tun. Ich habe ein angenehmes Leben, ich habe Freunde, Familie und einen Hund (der mir sehr wichtig ist). Ich habe einen sicheren Alltag, habe Zeit für mich und meine Interessen, habe ein Dach überm Kopf, ein Zuhause und ein bequemes Bett. Ich mag mich, bin zufrieden mit meiner Art, und meinem Körper tue ich inzwischen auch viel Gutes, indem ich abnehme und ihn gesund ernähre und pflege. Ich habe dazu die Möglichkeit, die passende Umgebung, die Ruhe. Mir geht es bereits gut! Ich kann zufrieden sein!

Ich brauche keine Suche nach dem Glück. Das habe ich endlich erkannt und muss es jetzt nur noch vergegenwärtigen. Und dann wende ich mich dem zu, was ich tun möchte. Denn im Handeln liegt das Geheimnis, nicht im Sinnieren. Das Tun sorgt für unsere Lebensbalance und am Ende kann ich dann bestimmt auch sagen, ich habe mein Leben gerne und bewusst gelebt.

Neulich dachte ich mal darüber nach, ob ich etwas anders machen würde, wenn ich noch einmal Zwanzig wäre. Ich würde es nicht tun. Mit jedem meiner Abschnitte bin ich zufrieden, auch wenn ich meine früheren Lebensziele nicht erreicht habe und auch anders als damals gewünscht lebe. Jede Zeit war auf ihre Weise toll und ich bin mir sicher, es kommen noch weitere tolle Lebensabschnitte.

Das wollte ich heute mal loswerden.

Viele liebe Grüße und noch einen schönen Sonntag,

Eure Idgie.

Sunrise

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3 Gedanken zu “Fremdgesteuerte Unzufriedenheit?

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