Warum es mit dem sportlichen Alltag nicht so einfach ist

Seit Monaten bemühe ich mich nun, mehr Sport zu treiben. Dabei sind meine Ansprüche nicht einmal so hoch, und doch schaffe ich es nicht, selbst meine relativ kleinen, geplanten Bewegungseinheiten regelmäßig – und genau da liegt mein Hauptproblem – durchzuführen.

Ich ging im Netz auf die Suche nach sportlicher Motivation und stolperte dabei über Beiträge, die von (vermutlichen) Ursachen berichten.

Warum es nicht funktioniert

  • Der echte Wille fehlt. Nicht der, der im Vernunftzentrum im Gehirn entsteht, sondern der, der aus dem tiefsten Inneren heraus kommt.

Klingt logisch und trifft wohl auch auf mich zu. Es ist das gleiche Einstiegsproblem wie bei der Ernährungsveränderung. Ohne tiefste Überzeugung, die u.U. auch regelmäßig angefeuert bzw. weitergetrieben werden muss, passiert gar nichts.

  • Die Gewohnheiten, die sehr tief verwurzelt sind, bremsen einen aus.

Und nach meinen gut 50 Jahren auf Erden sind sie besonders stabil verwurzelt. Wenn ich so darüber nachdenke, befinde ich mich sogar in einer Art Teufelskreis: Ich plane, mache mir einen Sportplan, beginne auch voller Euphorie, aber schon nach wenigen Tagen werde ich nachlässig und falle zurück in die alten Muster. Das Ausredenfinden habe ich über all die Jahre ja schon perfektioniert. Und ein paar Tage später stellt sich dann der Frust ein.

„Wieder einmal nicht geschafft!“ „Das schaffe ich wohl auch nie!“

Und wieder einige Zeit später beginnt der Kreislauf von vorn: Planung – erst motivierte, dann erzwungene Durchführung – Ausreden – Aufgabe – Frust – Besinnung. Der Kreis schließt sich. Mist!

Wie entkommt man diesem Teufelskreis?

Beschwörungen oder Magie helfen leider nicht, auch wenn mir das sehr gefallen würde. Der einzig sinnvolle Ansatzpunkt bin ich wohl oder übel selbst, also meine Gewohnheiten, meine Überzeugung.

Bei der Ernährung habe ich es über den Gesundheitsaspekt geschafft, habe mich viel über Nahrungsmittel und deren Auswirkungen auf den Körper informiert. So entwickelte sich der echte Wille aus der Überzeugung, meinem Körper etwas Gutes zu tun und ihn nicht mehr länger schädigen zu wollen. Wobei ich ihm noch immer Ausnahmen genehmige; mit dem Argument: Hin und wieder muss ich mir was gönnen und die kleinen Giftrationen verarbeitet mein Körper schon noch… Es ist nicht gerade einfach mit den Gewohnheiten. Trotzdem muss ich wohl auf ähnliche Weise mit dem Sport umgehen.

Punkte für den Anfang:

  • Das Wissen über die Auswirkungen von Sport auf den Körper regelmäßig erweitern
  • Begeisterung für die Bewegung spüren lernen
  • Ein lohnenswertes Ziel vor Augen halten

Klingt doch gut, oder? Ich werde jetzt mal so oft wie möglich der Bewegung nachspüren. Beim Gehen, Stehen, Sitzen, Walken, Steppen, Tanzen und auch jeder anderen Bewegung. Wie gut tut die Anstrengung meinen Muskeln, meinem Körper? Wie fühle ich mich danach, physisch und psychisch? (Mir fällt hier gerade das Video von dem dicken Mann ein, der im Urlaub beim Club-Aerobic mitmacht und dabei so viel Lebensfreude und Spaß ausstrahlt. Und fantastisch bewegen kann er sich auch noch.)

Und beim Spaziergang ruhig noch einen Block oder einen Feld-/Waldweg weiter gehen und dabei Neues in der Umgebung entdecken. Genießen während der Bewegung lernen. Die neue Gewohnheit muss sich spielerisch, natürlich verändern und wachsen.

Mrs. Couch und Mr. Lazy

Ich weiß, trotz aller guten Vorsätze und Starts wird es Rückschläge geben, anfangs bestimmt häufiger, denn die Bequemlichkeit siegte bei mir schon zu oft. In solchen Fällen muss ich mich neu fokussieren und weitermachen.

  • Ziel und Weg dorthin vor Augen halten
  • Artikel, Buch, Beitrag zum Thema lesen

Für solche Zeiten ist es auch gut, äußere Motivatoren zu haben. Gleichgesinnte, die einen anspornen und vorantreiben. Das müssen nicht unbedingt Menschen aus dem direkten Umfeld sein. Mir helfen auch Blogger oder Bücher. Man könnte natürlich auch mal einen Sportkurs machen und dabei neue Bekanntschaften schließen, aber dafür bin ich (noch) nicht gesellig genug.

Manchmal ist meine positive Zielbetrachtung auch nicht stark genug für ein Umdenken. Da werde ich jetzt vermehrt die negativen Folgen betrachten. Am besten nicht nur meine Kniearthrose sondern auch andere Krankheiten von Menschen aus dem Bekanntenkreis. Krankheiten von einem Familienmitglied oder Freund können einen richtig wachrütteln. Mir ging es so, als meine Mutter ihre Krebsdiagnose erhielt. Einfach mal damit beschäftigen, besonders mit dem Fokus auf Prävention. Ich habe das viel zu spät gemacht. Wenn die Gesundheit bereits angeschlagen ist, wird es schwerer oder es ist vielleicht sogar zu spät und man muss sich dann mit dem Leiden herumschlagen und aus einer schlechteren Ausgangsposition heraus, mit noch viel mehr nötiger Selbstmotivation, wieder zu einem lebenswerten Alltag gelangen.

Ach ja, es ist schon ein Kreuz mit dem Körper. Und der Psyche. Aber Aufgeben gibt es nicht! Und jetzt gehe ich raus. Arbeite an meiner sportlichen Einstellung. Und versuche die Sinnhaftigkeit eines bewegten Alltags mehr zu verinnerlichen. TOWANDA!

Liebe Grüße, Eure Idgie

motivation

 

Advertisements

2 Gedanken zu “Warum es mit dem sportlichen Alltag nicht so einfach ist

  1. Oh das alles kenne ich zu gut.. eigentlich hab ich überhaupt keine Lust mich zu bewegen.. dazu kommt das Knie und die Hüfte nun auch noch.. ich HASSE es zu schwitzen und mich zu quälen. Ich glaube so wird das auch bei mir nie was .. :/

    Gefällt 1 Person

  2. Sich bewusst zu bewegen ist schön. Heute hab ich mich auf meine Beine konzentriert und hab gemerkt wie stark die sind. Es muss doch kein Leistungssport sein, was man macht. Es tut ein Spaziergang. Gehen und atmen. Ich jedenfalls mag es, mich dabei zu fühlen. Liebe Grüße Kat.

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s