FreiTAGebuch

Wie macht ihr das bloß, die ihr ganztags arbeitet? Wie habe ich früher meinen Alltag geschafft? Alles wohl doch eine Frage der Gewohnheit.

Ich habe jetzt vier Tage Schulung hinter mir. Da ich noch einige Arbeiten erledigen musste, habe ich von 6 bis kurz vor 9 meine Büroarbeit gemacht und bin danach zu dem Lehrgang, der im Nachbargebäude (knapp 10 Min. Fußweg entfernt) stattfand. Die tägliche Lern-Dosis umfasste 2x 3 Stunden und gegen 16 Uhr fuhr ich nach Hause. Natürlich brauchte ich dank des Berufsverkehrs beinahe doppelt so lange wie sonst, also fast eine Stunde.

Um 17 Uhr dann daheim habe ich was aus dem Kühlschrank gegessen, zum Kochen hatte ich keine Lust mehr. Der Abend verging wie im Fluge, ohne dass ich das Gefühl hatte, irgendetwas geschafft zu haben.

Die Schulung hatte es aber auch in sich. Nicht nur, dass wir mit der GIS-Umgebung ein völlig neues Softwaredenken lernten, der Trainer kam auch noch aus Italien und hielt den Lehrgang in einem stark muttersprachlich geprägten Englisch. Ich musste also mehr als 100 %ig zuhören, um alles (oder möglichst viel) zu verstehen.

Hinter beinahe jedes Wort setzte Antonio (wie ich den Trainer jetzt mal nenne) ein E oder er betonte die Endlaute extrem – überhaupt betonen Italiener ja in einem ganz anderen Rhythmus. Viele A’s sprach er wie ein deutsches A aus. Ach, ich kann es kaum beschreiben. Hörte man nicht genau hin, konnte man denken, er spräche Italienisch. Da verstand man dann zum Beispiel „Warehouse“ als „what else“, oder „Layout“ als [La-jatt], im Sprachfluss kaum noch zu erkennen. Er hat sich nach unseren Beschwerden dann bemüht, langsamer zu sprechen, aber es blieb anstrengend, ihm zu folgen.

Mein Ernährungstagebuch habe ich gar nicht geführt, und abends war es mir auch nicht mehr so wichtig, genau auf die Kalorien zu achten. Trotzdem habe ich wenigstens im Vergleich zur letzten Woche etwas abgenommen (wohl wegen der vermehrten Rennereien zwischen Büro und Schulungsraum), allerdings bin ich noch immer über meinem U-Hu-Stand, und deshalb gehe ich es ab heute noch einmal richtig an.

Es ist schon ein wenig deprimierend, dass ich mein Essverhalten seit Sommer nicht mehr richtig in den Griff bekomme. Ein regelmäßiges Auf und Ab, ein ständiges Pendeln um die 100 Kilo. Das ist übrigens der Gewichtsbereich, bei dem ich damals während meiner Weight Watchers Jahre stehengeblieben war und danach wieder zugenommen hatte. DAS will ich nicht noch einmal. Dieses Mal soll es weiter gehen. Ich weiß nur im Moment nicht, wo ich die richtige Motivation herholen soll. Ja ich weiß nicht einmal, was mich wirklich motiviert, konsequenter zu sein. Aber ich werde jeden Morgen neu und nach Plan beginnen und mich bemühen.

Eigentlich wollte ich gar nicht so viel schreiben, da ich heute die Hausarbeit nachzuholen habe, aber ich merke gerade, dass es mir guttut, mich zu sortieren, um wieder die Kurve zu kriegen.

Seine Probleme und Gedanken aufzuschreiben und dann auch noch zu teilen, hilft in der Tat. Ich kann es nur jedem empfehlen, der große Veränderungen in seinem Leben vornehmen möchte, deren Weg sich über Jahre erstrecken kann.

Aber nun drehe ich mal die Musik auf und tanze ne Runde putzend durchs Haus.

Bis bald, Eure Idgie

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