Ist Kaffee nun schädlich oder nicht?

Im Zuge meiner Fokussierung auf basische Ernährung fragte ich mich: Was ist denn eigentlich mit Kaffee? Zählt er zu den basischen oder den säurebildenden Getränken?

Ich bemühte die Suchmaschine meines Vertrauens und musste gleich grinsen. Schaut selber:

kaffee

Das fängt ja gut an, ungesund und gesund zugleich. Na toll! Wäre ja auch zu schön, eine einfache, eindeutige Antwort zu bekommen, wenn es um die Ernährung geht.

Erst wollte ich euch eine schöne Übersicht zu den Vor- und Nachteilen machen. Doch davon nahm ich Abstand, denn egal, welches Argument ich auch einzeln recherchierte, es gab jedes Mal Fürs und Widers. Je mehr ich las, desto widersprüchlicher die Aussagen.

Es heißt zum Beispiel, Kaffee würde den Blutdruck senken, da das Koffein die Blutgefäße erweitere. Andererseits ist häufig zu lesen, bei Bluthochdruck könne sich Kaffee schädlich auswirken.
Einmal heißt es (selbst im Zusammenhang mit dem Blutdruck), 4-5 Tassen pro Tag wären vertretbar, andererseits solle man höchsten 2 Tassen täglich trinken.
Hier steht, Kaffee greife die Magenschleimhaut an, dort ist zu lesen, er verringere das Risiko von diversen Organ-Krebs-Erkrankungen. Er steigere außerdem Konzentration und den Stoffwechsel, wirke verdauungsfördernd, entziehe dem Körper aber gleichzeitig Kalium und Kalzium. Und so geht es weiter.
Oft gibt es nach einigen Jahren neue Forschungsergebnisse, die die bisherigen Erkenntnisse in Frage stellen. Fraglich sind aber auch oft die Studien, denn meiner Meinung nach wird vieles so gedreht und gestaltet, dass das gewünschte Ergebnis bestätigt wird. Wer kann schon genau das individuelle Konsumverhalten in seiner gesamten Vielfältigkeit plus die jeweiligen genetischen und umgebungstechnischen Umstände widerspiegeln und analysieren. Jeder Mensch ist so individuell, und da sich die Resultate dermaßen widersprechen, bin ich der Meinung, jeder muss sich einfach selbst beobachten und das tun, was er für sich als gut empfindet und sich fragen: Wie wirkt sich der Koffein-Konsum auf mich persönlich aus?

In diesem Zusammenhang fällt mir die TV-Dokumentation über eine Über-Hundertjährige ein, die während ihrer letzten Jahre im Senioren- oder Pflegeheim jährlich einmal besucht und interviewt wurde. Ich war sehr beeindruckt von der Frau und ihrer Lebenseinstellung. Zusammengefasst hat sie jeden Tag genossen, mit allen Pflichten und Bürden, die sie einfach als ihre Aufgabe gesehen hat. Sie hat geraucht, hat gerne ein oder zwei Gläschen Wein getrunken und war zufrieden mit sich und ihrem Leben.
Und genau das ist wichtig: Die eigene Einstellung. Nur ist das leichter gesagt als getan, wenn man eben nicht so ganz zufrieden mit seinem Leben ist und seine Einstellung noch ändern muss/will. (Leider habe ich die Doku im Netz nicht gefunden. Falls ihr wisst, was ich meine, würde ich mich über eine Info sehr freuen, denn das Video würde ich mir gerne noch einmal ansehen.)

Aber zurück zum Kaffee … Bei mir hat er z.B. keine aufputschende Wirkung. Ich kann selbst abends problemlos noch eine Tasse trinken. Mir macht es aber auch nichts aus, tagelang gar keinen Kaffee zu mir zu nehmen. Im Urlaub ist das oft der Fall, ich merke es dann nicht einmal. Eigentlich ist meine Morgentasse nur eine Büro-Gewohnheit. Und nachmittags trinke ich je nach Lust und Laune eine zweite Tasse Kaffee, und wenn, dann meistens als kleine Entspannung zwischendurch.
Falls ich aber mal zwei Tassen kurz nacheinander trinke, kann es schon vorkommen, dass ich eine Art Sodbrennen spüre. Deshalb denke ich, mein Magen ist dann übersäuert. Das erklärt sich auch durch die folgenden Aussage.

Zitat:
„Bei der Betrachtung einer Übersäuerung durch Kaffee muss unterschieden werden zwischen der Wirkung von Kaffee auf den gesamten Organismus und der lokalen auf den Magen. Kaffee selbst wirkt für den Gesamtorganismus nicht säurebildend, sondern leicht basisch […] Somit kann die früher oft formulierte Aussage, dass eine Übersäuerung von Kaffee ausgelöst würde, zumindest für den Gesamtorganismus klar widerlegt werden.
Anders sieht es mit der Beziehung von Kaffee und dem Magen aus. Kaffee gehört zu den Faktoren, die die Salzsäureproduktion des Magens ankurbeln.“

Ich werde also bei meinen 1-2 Tassen Kaffee pro Tag bleiben, allerdings merke ich derzeit, wo ich aus Bequemlichkeit wieder zum Büro-Standard-Filterkaffee übergegangen bin, dass er mir nicht so ein Wohlgefühl bereitet, wie ein leckerer, kleiner Espresso. An der Zubereitung und der daraus resultierenden Bekömmlichkeit des braunen Gebräus scheiden sich ja auch die Geister. Ich werde mal meinen einen Kollegen bitten, von seinem jeweils frisch gemahlenen Kaffee probieren zu dürfen. Er hat nämlich so eine „Supermaschine“ in seinem Büro stehen.

Zum Abschluss noch ein Ausschnitt von kaffeetipps.com, der ein wenig zum Nachdenken anregt:
„Eine NASA-Studie sorgte für Aufruhr, da sich herausstellte, dass Spinnen nach Konsum von Kaffee bizzare Spinnennetze produzieren, die noch weniger Sinn machen als die Spinnennetze, die die Tiere nach dem Konsum von Ecstasy, Cannabis oder anderen harten Drogen herstellten. Diese Tatsache ist nicht verwunderlich, geht man doch davon aus, dass die Kaffeepflanze anhand des Koffeins versucht, Fraßfeinde abzuschrecken.“

Und ein Bild von einem Spinnennetz, das unter dem Einfluss von Koffein entstand. Hier fehlte dem Tier der Bauplan, der Stoff scheint die Spinne zu verstören.

spinnennetz

 

Weitere interessante Links zum Thema Kaffee:

Gesunde Zubereitung:
http://www.lifeline.de/news/ernaehrung-und-fitness/kaffee-nur-gesund-wenn-er-richtig-zubereitet-ist-id128563.html

Koffeingehalt unterschiedlicher Getränke:
http://koffein.com/tabelle.html

Wie wirkt Kaffee im Körper:
https://www.brandeins.de/wissen/kaffee-in-zahlen/kaffee-in-zahlen-2015/wie-wirkt-kaffee-im-koerper/

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3 Gedanken zu “Ist Kaffee nun schädlich oder nicht?

  1. Ich vertrage seit einigen Jahren keinen Kaffee mehr. Mir ging es echt schlecht, zittern und ständiger starker Schwindel…hörte auf als ich keinen mehr trank.
    Ich denke, wenn man es verträgt kann man ruhig auch Kaffee trinken.
    LG, Petra

    Gefällt 1 Person

  2. Auch ich habe mich erst kürzlich damit beschäftigt, ob Kaffee nun mehr Vor- oder Nachteile hat und bin zu keinem Ergebnis gekommen. Ganz eindeutig gut oder schlecht scheint er somit nicht zu sein, obwohl es ja sowieso immer subjektiv ist, etwas als gut oder schlecht zu bezeichnen.

    Gefällt 1 Person

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