Chaos oder Vielfalt?

Wenn ich Auto fahre hänge ich meistens meinen Gedanken nach. Ohne musikalischen Hintergrund werden daraus manchmal düstere Szenarien, geprägt von Unzufriedenheit und mangelnder Zuversicht. Doch mit Musik fließt alles in mir viel geschmeidiger dahin, und ich glaube, ich bin eher ich selbst. Der Optimist in mir schwebt mit den Tönen, in diesen Momenten scheint alles möglich zu sein. Ich muss nur die entsprechenden Wege einschlagen. Ich fühle mich dann dem Lied „Wenn sie tanzt“ sehr verbunden …

„Dann geht sie barfuß durch New York, trampt alleine durch Alaska, springt vor Bali über Bord und taucht durch das blaue Wasser.“

… nur dass ich das eine oder andere nicht nur träumen möchte.

Am Wochenende las ich mich so durch die abonnierten Newsletter der vergangenen Tage, die mich mit Überschriften wie „Was ist dir wirklich wichtig?“ und „Seine Einstellung ändern …“ lockten. Dazu kam das Zitat auf Jules Blog: “Life is not about finding yourself. It’s about creating yourself.” Außerdem las ich weiter in dem Buch von Marianne Sägebrecht „Auf ein prima Klimakterium“ (dazu demnächst mehr).

Ich begann über meine Träume nachzudenken, beantwortete sogar absolut ehrlich die Fragen von „Vernünftig leben“
… und ich kam zu der Erkenntnis, dass ich zu chaotisch bin. Zu viele Interessen, zu viele unterschiedliche Wünsche. Da kam mir das erste Mal der Gedanke, ich sei Viele.
Ich habe mehrere E-Mail-Adressen (begründet darin, dass ich meine Interessenbereiche trennen wollte) und im Laufe der Zeit auch mehrere Blogs angefangen (von denen einige derzeit brach liegen). Da gibt es meinen schriftstellerischen Teil, der seit langer Zeit ruht – leider (Das sollte ich dringend ändern!), dann die Kreativecke mit meinem Shop (auch hier bin ich gerade ziemlich inaktiv) und schließlich all das, was mich aktuell auf der Suche nach mir selbst überflutet.

Wenn ich aber Ziele erreichen, Wünsche erfüllen möchte, dann muss ich mich auch darauf konzentrieren. Ich glaube, es ist höchste Zeit, mich zu minimalisieren, innen wie außen. Ich muss vor allem aufhören, nach mir zu suchen (der ganze Input ist zwar interessant, aber es wird zu viel). Ich muss mich einfach akzeptieren. Ich bin ich. Punkt. Aus. Ist doch ganz simpel. Weniger auf andere hören, weniger Ratgeber lesen, mich weniger steuern lassen, mich einfach selbst kreieren. Mit den Prioritäten, die ich jeweils habe, auch wenn sie sich morgen wieder ändern, weil ich eben immer Viele sein werde.
Nicht ganz leicht, sich dabei zufrieden zu fühlen. Ich werde mich bemühen, einfach mehr Kraft aus dem Tun zu schöpfen. Die Tätigkeiten zu genießen, den Moment zu leben und zu lieben. Schluss mit dem Suchen!

Schon meine Lehrerin sagte damals, Muße sei wichtig für die Psyche. Muße heißt für mich Ruhe und Zeit, den Gedanken freien Lauf zu lassen ohne Außeneinflüsse. Wirklich abschalten konnte ich noch nie. Damals sollten wir uns in eine Ruhe-Ecke setzen und an Nichts denken. Das funktionierte bei mir nicht. Aber gezielt den Gedanken freien Lauf lassen, das schaffe ich und das bringt mich bestimmt auch weiter und hilft mir hoffentlich beim Fokussieren. Ich muss mir öfter diese Momente gönnen, sie mir nehmen.

Jetzt habe ich meine aktuellen Gedanken aufgeschrieben, das ist Schritt 1. Neu sind sie ja nicht alle, und das eine oder andere konntet ihr hier auch schon von mir lesen. Danach zu leben ist halt nicht so einfach.
Ich werde es versuchen. Ich werde es schaffen! (… um mich gleich selbst zu motivieren …) Towanda!

Eure Idgie

PS: Habt Ihr eigentlich eine Bucket-Liste?

PPS: Ich bin jetzt für eine gute Woche stark beschäftigt: Sohnemann hat bald Geburtstag und die Verwandtschaft reist aus dem Norden an und bleibt einige Tage. Wird bestimmt anstrengend, aber auch schön.

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2 Gedanken zu “Chaos oder Vielfalt?

  1. Ich habe keine Listen, nehme was kommt!
    Halte es nicht für gut wenn man ausschließlich um sich selber kreist… und jede Regung und jeden „Pips“ meint analysieren zu müssen. Das führt meistens nur zu Unzufriedenheit und man verzettelt sich.
    Kenne ich von mir selber auch.. ich interessiert mich für so vieles und möchte so unterschiedliche Dingen machen.. und oft klappt das nicht. Es gibt eben für alles den richtigen Zeitpunkt.
    Einfach mal abwarten und leben… so mach ich das inzwischen.. 🙂
    LG, Petra

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