Sport ist ein heilsamer Spaß

Letzte Woche zappte ich in das Ende eine Folge der Serie odysso rein. Es wurde gerade gezeigt, wie die Muskeln bei sportlicher Betätigung reagieren und welchen Einfluss Bewegung auf die typischen Zivilisationskrankheiten hat. Sehr interessant, also suchte ich den kompletten Beitrag in der Mediathek und schaute ihn am Wochenende an.

Ich fasse mal die wichtigsten Aussagen zusammen:

Um Bewegung in seinen Alltag fest zu integrieren, muss man sich über seine Prioritäten klarwerden und sie entsprechend setzen. Für viele andere Dinge hat man Zeit, nimmt sich die Zeit, aber der Sport wird bei Bewegungsmuffeln oft hinten angestellt, bis man wirklich keine Zeit mehr dafür hat. Und oft sind es bewegungsarme Dinge, denen wir mehr Wertigkeit zusprechen, die wir lieber machen.

Dabei bedeutet Nichtstun Stress für Körper und Geist.

  • Bereits nach wenigen Tagen ohne Bewegung schrumpft das Herz! Daraus resultiert ein geringerer Bluttransport und somit weniger Sauerstoff in den Zellen. Und gerade der ist wichtig für die körperliche wie auch die geistige Leistung.
  • Auch die Muskeln schrumpfen (nach 1-2 Wochen Ruhe um ca. 10%) und Knochen bilden sich zurück.
  • Der Stoffwechsel passt sich an, da der Körper viel weniger Energie benötigt, wenn er sich nicht bewegt.

Werden die Muskeln aber trainiert, erwacht deren Heilkraft. Myokine sind heilsame Botenstoffe, die während des Sports in der Muskulatur entstehen. Sie beeinflussen auch die Organe, regen das Wachstum von Blutgefäßen an (= höherer Sauerstofftransport) und stärken das Immunsystem, was wiederum die Aufnahme von Zucker in den Muskelzellen fördert und so Diabetes verhindern oder Diabetes Typ II sogar heilen kann. Außerdem wird die Verbrennung des gefährlichen viszeralen Fettes aus der Bauchregion gefördert.

Wer kontinuierlich Sport treibt, erhöht seine Muskelmasse und somit seinen Grundumsatz. Zur optimalen Fettverbrennung wurde hier die Hochintensive Intervall-Trainingsmethode empfohlen (HIIT). Wenn man abnehmen möchte, solle man nach dem Sport nichts essen, nur Wasser trinken. Wer unbedingt etwas essen möchte, solle auf fettarme, eiweißreiche Lebensmittel zurückgreifen, um den Muskelaufbau zu unterstützen.

Außerdem wird in der Sendung empfohlen, sich jeden Tag sportlich zu bewegen, denn die meisten von uns betreiben ja keinen Hochleistungssport. Sport muss in den Alltag integriert werden. Macht man Ausdauer- und Kraftsport im täglichen Wechsel, überlastet man seinen Körper auch nicht. Das tägliche Trainieren sorgt für ein erleichtertes Aneignen einer neuen Gewohnheit (was laut Studien rund 66 Tage dauert) und man muss sich danach nicht erst überwinden, aktiv zu werden. Egal ob Günters oder Felicitas‘, sie werden den Sport dann lieben.

Über den Grundumsatz und den Jo-Jo-Effekt nach „falschem“ Abnehmen wir in dem Beitrag ebenfalls berichtet. Eine Aussage fand ich sehr zutreffend: weniger Bewegung bedeutet weniger Spaß. Als Couch-Potatoe, der/die gerne liest und sich Serien reinzieht, will man das lange Zeit nicht wahrhaben. Aber es stimmt, denn das Leben findet nicht auf dem Sofa statt. Okay, ein Teil schon. Mehr Spaß hat man aber meist draußen. Mit anderen. Bei Aktivitäten und in Bewegung. Es gilt also durch wiederholtes Verlassen seiner Komfortzone, dieselbe zu erweitern und gleichzeitig seinen Spaß, seine Zufriedenheit, seine Lebensqualität zu erhöhen.

„Meistens schafft man mehr, als man sich zutraut“, sagte einer der Probanden in der Doku. Ein Satz, der mich sehr motiviert und bei dem mir gleich wieder eine Aussage in den Sinn kommt. Ich weiß leider nicht mehr, wer es einmal sagte. Vielleicht kann mir Jemand weiterhelfen?
Auf die Frage, wie viele Wiederholungen er beim Training machen würde, antwortete er: „Bis ich nicht mehr kann und dann noch ein paar mehr.“

Zum Thema Motivation gibt es in der odysso-Folge auch eine etwas andere Anregung: Die WOOP-Methode. W wie Wish (Wunsch), O wie Outcome (schönes Ergebnis), O wie Ostacle (Hindernis) und P wie Plan (,die Hindernisse auszuschalten).
Besser für den Erfolg sei  Kontrastdenken. Indem man die Torte, die einen zum Naschen verführen will, nicht mehr als nicht gestattete Verlockung sondern als Hindernis betrachtet, wird sie automatisch schlecht, auch im Unterbewusstsein. Dazu muss man sich seine persönlichen Hindernisse und deren Überwindung nur detailliert aufschreiben und vorstellen.


Diese Idee mit dem Kontrastdenken finde ich sehr gut. Vielleicht hilft es auch mir, wenn ich mit dem Erkennen der Hindernisse und dem gleichzeitigen Erstellen eines Planes, wie sie auszuschalten sind, beginne.
Täglich Sport zu betreiben, ist für mich sehr ungewohnt. Aber ich sehe ein, dass ich die Bewegung nur dann in meinem Alltag als selbstverständlich betrachten werde, wenn ich sie zur Gewohnheit mache. Daran werde ich arbeiten.
Ein erstes Hindernis habe ich schon ausgemacht: Ich nehme mir vor, zu sporteln, weiß aber zu dem Zeitpunkt noch nicht genau was. Wenn ich dann erst suchen oder auswählen muss, meine Laune und das Wetter berücksichtigen will (und u.U. auch noch darüber nachdenke, was wer wann vielleicht eventuell von mir erwarten würde), überlege ich zu lange und meine Felicitas* beginnt mich zu bearbeiten, es doch gleich zu lassen. Sobald ich die Diskussion mit ihr eingehe, habe ich schon verloren. Der Weg des geringsten Widerstands ist ja auch viel entspannender. Ausreden und Erklärungen sind immer schnell gefunden.
Wenn ich aber genau weiß, welche Bewegungspakete ich in welchen Tagesablauf integriere, bin ich für jede meiner Alltagsvarianten gewappnet. Ich bastele mir also eine Art Sportbaukasten, aus dem ich nur den jeweils passenden Baustein nehme und ohne nachzudenken durchziehe. Klingt doch gar nicht so schwer, oder?

Wie motiviert ihr euch? Durch was werdet ihr aus der Sportplanungsbahn werfen? Wann wurde bei euch aus der gewollten Veränderung eine automatische Gewohnheit?
Meine Schwester erzählte mir schon mehrmals, dass ihr nach einem Tag ohne Zumba was fehlt und sie ganz hibbelig wird, wenn sie sich nicht endlich wieder auspowern kann. Das kann ich noch nicht nachvollziehen. Aber ich möchte es gerne.

 

* Für neue Leser: Felicitas ist meine innere Schweinehündin

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4 Gedanken zu “Sport ist ein heilsamer Spaß

  1. Ich mache jeden zweiten Tag Krafttraining. Cardio langweilt mich zu Tode, das kann ich nur zum Auf- und Abwärmen ertragen. 🙂
    Der Ruhetag ist wichtig, damit sich die Muskeln bilden können, denn das Wachstum erfolgt ja quasi als eine Reaktion auf Überbeanspruchung, die natürlich auch Mikroverletzungen ausgelöst hat.
    Für mich ist Sport ein Kampf gegen mich selbst. Ich besiege meinen Körper und schaffe dadurch immer mehr Gewicht zu stemmen/zu bewegen. Dieser Ehrgeiz motiviert mich sehr! Ganz für mich sein, die Umwelt mittels Kopfhörer und Musik ausblenden und dann heftige, kurze Sätze. Das gefällt mir. Sehr.

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