„Tag des Glücks“? Lieber 6 Tipps fürs Glücklichersein!

Am Dienstag wurde ich von der Info überrascht, dass am Vortag ja der Tag des Glücks gewesen sei. Mein erster Gedanke: Es gibt aber auch für alles einen Tag. Mein zweiter: Wieso habe ich das nicht mitbekommen, wo ich doch selbst auf dem Weg zur Zufriedenheit und zum Glücklichsein bin? Und drittens: Wieso sind laut „Weltglücksbericht 2017“ die Norweger die glücklichsten Menschen der Welt? Erst kürzlich las ich etwas darüber, dass die Bhutaner das doch seien.

In Bhutan gibt es sogar Glückminister, denn schon vor vielen Jahren hat der dortige König Glück zu einem politischen Ziel gemacht. Bhutan misst seinen Wohnstand nicht am Wirtschaftswachstum sondern am Wohlbefinden seiner Einwohner. Als Messwert habe sie das Bruttonationalglück erfunden, etwas, das man sich ruhig einmal näher ansehen sollte. Aber das werde ich erst in einem der nächsten Beiträge tun.

Im Zusammenhang mit dem Internationalen Tag des Glücks stolperte ich über das Glücksministerium. Ja, es gibt in Deutschland tatsächlich eine Glücksministerin, auch wenn es sich hier um kein offizielles, politisches Amt handelt. Noch nicht, wie die selbsternannte Ministerin Gina Schöler betont. Ein wenig musste ich darüber lächeln, doch andererseits: Warum nicht? Ihre Website finde ich auf jeden Fall sehr stöbernswert und auch die Aktion, zum Weltglückstag Glücksbriefe an Unbekannte zu verschicken, gefällt mir. Wenn ich nicht erst im Nachhinein davon gehört hätte, hätte ich da gerne mitgemacht. Aber es gibt noch andere von ihr initiierte Aktionen, bei denen man Glück verteilen und bekommen kann. Schon Albert Schweitzer sagte:

Das Glück ist das einzige, das sich verdoppelt, wenn man es teilt.

Auch von politischer Ebene gibt es eine Webseite, die mit dem Thema Glück in Zusammenhang gebracht wird: „Gut leben in Deutschland“. Dort finden sich teils recht interessante Statistiken, denen ich persönlich allerdings nicht viel Gewicht gebe. Ich habe zu oft mitbekommen, wie Statistiken in der Darstellung so angepasst werden, dass das Ergebnis dem Zielwunsch entspricht. Je nachdem, welche Daten benutzt oder weggelassen werden, hat man da eine Menge Spielraum.
Die deutsche Post veröffentlicht jährlich einen Glücksatlas mit den Umfrageergebnissen zu wechselnden Themen. Ganz nett, aber auf die Glücksspur kommt man dadurch auch nicht.

In Bezug auf Norwegen, Bhutan und Deutschland fragte ich mich als nächstes, wie denn überhaupt dieser „Weltglücksbericht 2017“ der UN-Studie zustande kam. Und als ich las, dass in 155 (von knapp 200) Ländern jeweils nur (sage ich) 3000 – an anderer Stelle stand etwas von nur 1000 – Menschen nach ihren persönlichen Empfindungen befragt wurde, und das Ganze dann in Relation zu u.a. Bruttoinlandsprodukt, Lebenserwartung, geistiger Gesundheit sowie Arbeitslosigkeit gesetzt wurde, da wurde das Ergebnis im Spitzenbereich in meinen Augen gleich sehr viel nichtssagender. Angeblich sollen sich die glücklichsten Länder auch nur im dreistelligen Nachkommabereich unterscheiden (nachgeprüft habe ich das nicht, dafür ist mir das Studienergebnis einfach zu ausführlich). Die meisten unglücklichen Menschen leben in Afrika. Und Bhutan rangiert im unteren Mittelfeld auf Platz 97, wo sich die Menschen dort doch angeblich für sehr viel glücklicher halten.
Ich fände es besser, wenn man in diesem Bericht das Wort Glück durch Sozial ersetzen würde. Das träfe es doch viel besser: „Welt-Sozial-Bericht“.

Blume-im-AsphaltFür mich gibt es auch noch einen Unterschied zwischen Glück und Glücklichsein: Glück ist zufällig, es trifft einen überraschend. Aber Glücklichsein kann man selber beeinflussen. Das ist individuell, ist Empfinden und Achtsamkeit, die viele verlernt haben. Natürlich kann man sich nicht zwingen, auf Teufel komm raus, alles positiv zu reden, aber man kann sich schon bemühen, auf die kleinen Glücksimpulse zu achten. sei es der Busfahrer, der einen mal mit einem „Guten Morgen“ im Display entgegenkommt, oder das winzige Tulpenpärchen, dass sich auf der Verkehrsinsel durch den Kies gekämpft hat und nun strahlend bunt blüht. Der Hund, der einen überschwänglich begrüßt, der Nachbar, der einem zuwinkt oder die Freundin, die sich mit einem Blümchen dafür bedankt, dass man ihr letztens so viel Verständnis entgegenbrachte. Der alte Mann, der einen anstrahlt, weil man ihm einfach so zugelächelt hat, der Ruhemoment im Lieblingssessel mit einer Tasse heißem Kaffee oder Tee. Einfach der Moment, wo man sich bewusst macht, wie gut es einem doch geht.
Die innere Einstellung hat den größten Einfluss auf unser Glücksempfinden. Wie sehe ich mein Umfeld? Wie reagiere ich darauf? Es heißt, das persönliche Glücksempfinden steckt zu 50% in den Genen (Optimist-Pessimist), nur zu 10% wird es durch äußere Umstände beeinflusst und 40% sind die persönliche Einstellung. Und genau die kann jeder selbst verändern.

Zum Schluss noch ein paar Beispiele, um schlechte Laune loszuwerden und offen für das Positive in unserem Leben zu werden:

  • Tanzen und Singen
  • Bewegung an der frischen Luft
  • Kuscheln, mit dem/der Liebsten oder seinem tierischen Liebling oder auch Lieblings-Stofftier
  • Lachen, lachen, lachen … einfach so, selbst wenn man sich zunächst blöd vorkommt
  • Entspannung gönnen: Bad nehmen, Wellness, Lesen, Nickerchen, Träumen
  • Zeit mit Menschen verbringen: gemeinsam etwas unternehmen, miteinander reden, jemandem helfen, füreinander Zeit nehmen, jemanden loben, etwas Nettes sagen, sich bedanken

Ich wünsche uns allen, dass wir auch das kleine Glück wieder erkennen lernen, uns so unser Gesamtglück immer mehr bewusst wird und wir es genießen können.

Das größte Glück und das höchste Unglück sind nur kleine Abweichungen von dem Gewöhnlichen.

Johann Wolfgang von Goethe

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