Wir haben es doch selbst in der Hand

Ich bin am Montag tatsächlich auf die Waage gestiegen. Es hat mich eine Menge Überwindung gekostet, doch ich will wieder (und weiter) runter von meinem Gewicht. Die faulen Wochen kosteten mich in der Tat einige Kilos. Dass das aber auch immer so schnell geht, wenn man viel abgenommen hat.
Die letzten Tage habe ich zugesehen, nicht zu viel zu essen und kaum noch zu naschen. Ein Kilo ist wieder runter, sogar ohne Kalorien-Tracking. Im Prinzip weiß ich, wie es geht. Wenn da nicht immer meine Nachgiebigkeit wäre. Mein Sohn mag das ja schätzen, aber mir selbst lege ich damit regelmäßig Stolperfallen.


Nachdem ich tagelang daheim ausgemistet habe, nehme ich mir heute mal einige Zeitschriften vor, die ich schon lange lesen wollte. Von meiner Mutter habe ich einen ganzen Stapel Wissens-Magazine der vergangenen Jahre bekommen. Ich wollte sie schon wegwerfen, aber wie ich mir so die Titelblätter ansah, konnte ich es nicht. Zu viele interessante Themen.

Wusstet ihr beispielsweise, dass bereits vor 220 Jahren vor Überbevölkerung gewarnt wurde? Thomas Robert Malthus veröffentlichte 1798 „Das Bevölkerungsgesetz“ und machte darin auch Vorschläge zur Bekämpfung, u.a.:
– Die Armen sollten ein enthaltsames Leben führen und kinderlos bleiben.
– Notfalls müsse man die Armen auch verhungern lassen.
Schon krass, solche Gedanken. Von Menschlichkeit fehlt hier jede Spur.

Bisher habe ich mir nie den Kopf über die Bedrohung durch Überbevölkerung zerbrochen, obgleich wir das Thema schon in der Schule hatten. Früher, also sehr viel früher, war es ja eher so, dass viel Kinder bei der Entbindung gestorben sind; die Natur bzw. der Mensch haben auf brutale Weise ausgelesen, durch Krankheiten, Hunger und Krieg.

Ich habe gesehen, dass Werner Boote zur angeblichen Bedrohung durch Überbevölkerung eine Dokumentation gedreht hat. In einem Interview stellt Boote heraus, dass uns nicht die Anzahl der Menschen auf unserem Planeten zur Bedrohung wird, sondern vielmehr die Verantwortungslosigkeit und Unmenschlichkeit Vieler, besonders in den Industrienationen. Auch interessant: Würde man alle Menschen unserer Erde nach Österreich bringen, hätte jeder 11 m² Platz zur Verfügung und der Rest der Erde wäre menschenleer. (Den ganzen Film habe ich im Netz leider nicht gefunden. Falls ihr was wisst, gebt mir doch bitte Bescheid.)

Betrachtet man Malthus‘ rechnerische Prognosen, müsste England heute eine Bevölkerung von 1536 Mio. Menschen haben. Tatsächlich sind es aber nur 55 Mio. Der wirtschaftliche Fortschritt, egal was man heute von davon hält, hat sich ebenfalls anders entwickelt. Alles Rechnen und Zählen und Prognostizieren ist eigentlich sinnlos, wenn es um Menschen geht.
Vielleicht kann man das sogar mit Darwins „natürlicher Selektion“ betrachten. Bleibt nur die Frage, wie natürlich sie heutzutage wirklich ist. Mein Sohn (er ist gerade auf dem Verschwörungs-Trip, aber so ganz abwegig sind seine Gedanken auch nicht) ist ja überzeugt davon, dass die Mediziner längst ein Heilmittel gegen Krebs gefunden haben, es aber aufgrund wirtschaftlicher Interessen der Pharmaindustrie und vielleicht auch zwecks „natürlicher Auslese“ geheimhalten.
Wir wissen es nicht. Ich glaube allerdings, dass wir von den Herrschenden ganz schön beeinflusst und bevormundet und belogen werden.


Auch in der Filmwelt wird das Problem der Überbevölkerung häufig thematisiert.
An erster Stelle fällt mir hier immer der Film „… Jahr 2022 … die überleben wollen“ (Soylent Green) ein. Da bekommt die „Ampel-Ernährung“ eine ganz andere Bedeutung … und das leckere, schmackhafte Soylent Green wird aus Menschenfleisch hergestellt. Sogar freiwillige Tötungsanstalten gibt es im Film.

„Hüter der Erinnerung – The Giver“, ein weiterer Film, in dem es eine Lösung für die Überbevölkerung gibt, auch wenn sie dort nicht das Hauptthema ist. Hier werden alte Menschen freigegeben, nach Anderswo gebracht, den Erzählungen zur Folge eine Art Paradies. Auch Regelbrecher bringt man dort hin. Hinter schweren Eisentüren wartet jedoch nicht der Garten Eden, sondern die Giftspritze.


Von der fehlenden Menschlichkeit vieler Erdenbewohner und filmischen Dystopien aber zurück zu unseren kleinen Leben.
Ich denke jeder kann mal ein wenig in sich gehen, und überlegen, wo er etwas für mehr Menschlichkeit und Umweltschutz tun kann und nicht mit dem Finger auf Andere zeigen, weil man glaubt, die klitzekleine eigene Handlung hätte keinen Einfluss auf die Welt. Wenn jeder so denken würden …

Ehrlich gesagt, geht es uns doch verdammt gut. Wir sind ziemlich gut abgesichert und dürfen alt werden. Und wie fit wir dann noch sind, können wir spürbar beeinflussen. Wir müssen uns nur aufraffen.

Und somit komme ich zurück zu meinem Alltag: Ich bin dabei, mich wieder mehr zu bewegen. Im Schnitt komme ich selbst ohne zusätzlichen Sport auf rund 8000 Schritte am Tag (dank meiner Räumaktionen) und auch heute habe ich durch einen langen Spaziergang schon 6018 Schritte geschafft (Mittags). Allerdings spüre ich an meiner dürftigen Muskulatur, dass ich mehr tun muss, als Schritte zu sammeln.

Macht’s gut und besser und bis bald,
Eure Idgie

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2 Gedanken zu “Wir haben es doch selbst in der Hand

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