Nur wenige Wochen braucht der Mensch …

… bis er wieder (s)eine Routine findet. So ergeht es mir gerade.

Nachdem ich beinahe ohne Pause geräumt, entstaubt, sortiert, weggeworfen, aufgehübscht habe (um vielleicht noch den einen oder anderen Euro zu machen), komme ich nun langsam aber sicher in etwas ruhigere Bahnen. Auf Dauer hält das auch niemand durch, so negativ überaktiv und im Dauerstress zu leben. Inzwischen schlafe ich wieder besser und gönne mir bewusste Auszeiten. Es tut auch gut, mit Freuden und Bekannten oder Kollegen zu reden. Durch diese Gespräche kommt das Denken häufig in bessere Richtungen, die durch die eigenen Emotionen häufig im Nebel versunken liegen. Sei es auch nur bei Kleinigkeiten.

Mein Mann hat bei allem voll die Ruhe weg. Auf mich wirkt das schon wie ein Hinauszögern der Scheidung, aber ich glaube inzwischen, ich hetze mich doch zu sehr. Ein Monat mehr oder weniger machen den Rentenausgleichs-Kohl auch nicht fett. Die paar Euros habe ich dann auch noch über, sollte mein Mann nicht doch verzichten wollen und der Richter das auch absegnen. Eigentlich ist es schon unfair: Ich bin die ganze Ehezeit über arbeiten gegangen, habe brav meine Rentenbeiträge bezahlt, mein Mann ist selbstständig und hat nichts einbezahlt, obwohl auch er arbeiten war. Trotzdem muss ich die Hälfte meiner Rentenpunkte abgeben. Wenn er wenigstens den Haushalt und die Kindererziehung geschmissen hätte … Ich finde, da müsste die Rechtsprechung überarbeitet werden, denn wenn beide arbeiten gehen, und einer bewusst keine Rentenzahlungen macht, wieso sollte dann der andere etwas abgeben?

Meine Zeitplanung sieht im Moment so aus, dass ich noch rund 2 Monate aussortiere, meinen Krempel möglichst halbiere, um dann ab Dezember gezielt eine Wohnung zu suchen. Auf die ich mich schon total freue. Endlich mein eigenes (länger sauberes) Reich. Auch mein Sohn (inzwischen 18), der noch mit zu mir zieht, freut sich schon auf sein Gamer-Zimmer, das er sich gestalten will. Er braucht immer äußeren Druck, um aktiv zu werden, deshalb wohnt er im Moment noch immer in seinem Kinderzimmer, das so aussieht wie vor 10 Jahren, samt Lego und Playmobil in den Regalen.

Büroklammern

Beim Ausmisten setze ich den im Internet gefundenen Tipp um, das, was ich nicht mehr benötige, was aber mit Erinnerungen behaftet ist, zu fotografieren. Das hilft tatsächlich dabei, sich leichter von den Dingen zu trennen. Da waren zum Beispiel die Hochzeits-Vorbereitungs-Zeitschriften mit meinen ganzen Notizen. Oder Bilder, die ich während der Schulzeit gemacht hatte (siehe Beitragsbild: Wachsmaltechnik, erst alles bunt machen, dann schwarz übermalen und zum Schluss die Motive freikratzen. Was für eine Arbeit …) Oder mein Agentenkoffer aus der Kindheit, den ich mal vom Sperrmüll geholt hatte, gefüllt mit allem möglichen und unmöglichen Zeug. Nur wenig davon habe ich jetzt noch aufgehoben, wie ein altes Tagebuch oder diese lustigen, riesigen Büroklammern.

Und was ich auf dem Dachboden alles so finde … meine Güte. In einem Karton befanden sich tatsächlich noch meine Schulbücher. Vier Mal mit umgezogen und nie wieder reingeschaut. Nun sind sie im Papiermüll. Und Zeitschriften, was habe ich da nicht alles aufgehoben, gerade zum Thema Kino und Filme, Videobearbeitung und immer wieder finden sich auch die jeweils neuesten Diätzeitschriften dazwischen. Nippes, Stoffblumen, Stofftiere, kleine Dekoballons, die man mal geschenkt bekommen hat. Aber auch meine Rubiks-Sammlung habe ich gestern wieder zwischen die Finger bekommen: Würfel, Uhr, Puzzle. Sowas hebe ich natürlich auf, da werde ich mich auch noch mal an der Lösung versuchen.

 

Bei meinen Ebay-Verkaufs-Aktionen musste ich wieder einmal feststellen, dass das meiste Zeug nix bring. Selbst bei Kleidung. Lediglich meine Ulla Popken-Kleidungsstücke verkaufen sich halbwegs vernünftig. Alte Spielsachen oder Bücher, selbst Bücher von vor dem 2. Weltkrieg, interessieren niemanden. Da kann man sich den Aufwand mit Fotografieren und Beschreiben echt sparen. Momox, Rebuy und wie sie alle heißen kann man auch vergessen. Selbst für nur wenige Jahre alte Bücher bekommt man dort nur Cent-Beträge. Da spende ich die Bücher lieber im Öffentlichen Bücherschrank. Die Brettspiele werde ich wohl unserer Stadtbücherei schenken und auch Kleidung und andere Spielsachen bringe ich jetzt ins Sozialkaufhaus. So hilft man vielleicht doch noch anderen und spart sich selber eine Menge Zeit und Ärger. Wer nicht wirklich eine Antiquität oder besondere Markenprodukte hat, wird mit seinem Zeug kein Geld machen können.

Soweit mal ein Zwischenstand, eine Art Veränderungs-Tagebuch von mir. Auf die Waage gehe ich im Moment nicht, aber ich trage ja die kleineren Jeans, die schon bei 2 Kilos mehr zwicken würden, und die passen noch immer. Außerdem bin ich bemüht, mich weiterhin ausgewogen und gesund zu ernähren, gönne mir jetzt aber doch öfter mal wieder ein, zwei Gläschen Wein am Abend. Sport mache ich nicht, komme jedoch sehr oft auf 8 bis 9k Schritte am Tag und habe heute wieder die Gassi-Feldrunde gemacht, einfach um in der Natur abzuschalten. Hat auch gut funktioniert. Die Natur erdet einen wieder. Ich werde nachher noch auf Facebook ein paar Fotos dazu zeigen, habe mich heute auf die Suche nach allen möglichen Herbst-Blüten am Feldrand gemacht.

Ansonsten entsorge ich nachher meine Papierstapel von Versicherungsunterlagen, Kontoauszügen und weiß der Geier was noch alles aus dem letzten Jahrtausend, die sich auch auf dem Dachboden angefunden haben.

Ich wünsche euch ein tolles Wochenende und nochmals vielen Dank für eure lieben Mut machenden Worte!

TOWANDA!
Eure Idgie

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6 Gedanken zu “Nur wenige Wochen braucht der Mensch …

  1. Vielen Dank! Ja, im Großen und Ganzen geht’s mir gut. Ist halt phasenweise etwas stressig, meine Nerven sind nicht mehr so stark wie früher. Aber mein Sohn holt mich auch immer mal runter: „Mama, entspann‘ dich doch. Du kannst doch gerade eh nichts ändern.“ Wie Recht er da hat. :)
    Liebe Grüße, Idgie

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  2. Vielen Dank, aber im Moment habe ich dafür keine Gedanken frei bzw. die Muße, mich damit zu befassen. Ich freue mich aber, dass du mich nominiert hast.
    Liebe Grüße, Idgie

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  3. Wir könnten eine rentenrevolution machen. Bei mir ist es auch ähnlich, weil er studiert hat als ich schon gearbeitet hab, kriegt er was von meiner Rente ab. Dass er dann und mittlerweile das dreifache von dem verdient, was ich verdiene und Immobilien besitzt, und ich die Kinder und Familienarbeit gemacht hab, das zählt irgendwie nicht und ärgert mich sehr.Nach 20 Jahren Ehe mit nichts dagestanden( z.b. Auch die autoversicherung war so ein Ding. Ich hab mit vollen Prozent angefangen weil das Auto auf seinen Namen lief…) Ach aber egal….Wichtig ist, das das Leben gelebt wird und du auch deinen Frieden findest und dein Glück. Vielleicht flutscht das mit dem abnehmen dann auch von allein! Liebe grüße Kat 💐

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