Wie finde ich meinen neuen Rhythmus?

Diese Frage stelle ich mir seit einigen Tagen. Zwischendurch hatte ich phasenweise das Gefühl, wieder ein Zuhause zu haben, doch jetzt wirken meine Tage wieder unruhig und einfach nur funktionell auf mich.

Einer der Gründe ist mein nervender Mann und das Haus, in dem wir zuvor gewohnt haben. Mein „Kegel“ wird und wird mit seinem Kram nicht fertig, das Haus ist noch immer nicht leer (obwohl wir bereits zum 31.01. gekündigt hatten) und mein Sohn und ich müssen nach wie vor mehrmals die Woche hinfahren, um zu helfen. Das Helfen ist selbstverständlich, denn mein Mann hat auch uns eine Menge geholfen.
Nur dass er bei seinem Auszug so unkoordiniert ist, sich von nichts trennen kann und nicht weiß, wo er was lagern soll, ist absolut anstrengend. Eigentlich nicht mein Problem, aber irgendwie dann doch noch. Innerlich kann ich mich erst entspannen, wenn die Übergabe stattgefunden hat. Und wirklich unbeschwert fühle ich mich wohl erst, wenn die Scheidung durch ist. Das wird auch noch dauern.

Ein weiteres Problem ist mein lieber, kleiner Vierbeiner. Er will in der neuen Wohnung nicht allein bleiben. Von kleinauf war er daran gewöhnt; jeden Vormittag ließen wir ihn allein, und es klappte wunderbar. Er schlief die meiste Zeit und wartete geduldig.
Als wir ihn im Januar das erste Mal im neuen Heim morgens allein lassen wollten, bellte er ohne Pause. Ich brachte meinen Sohn nur zum Bahnhof und fuhr wieder nach Hause. SO konnte ich mein Wuselchen unmöglich allein lassen.
Ich hoffte zu der Zeit ja noch darauf, dass Ende Januar mit dem alten Haus alles gelaufen sein würde. Also arbeitete ich rund um die Schulzeiten meines Sohnes. So dankbar war ich noch nie, in einer Firma arbeiten zu dürfen, die mir so eine chaotische Arbeitsaufteilung erlaubte. Wir trainierten unseren Hund und schafften schließlich 15 Minuten, in denen er nur leise vor sich hin wimmerte und auch längeren Zeiten ruhig blieb. Doch jedes Mal, wenn wir im alten Haus waren, verschärften sich seine Verlustängste wieder. Als mein Sohn gegen Ende des vorigen Monats verkündete, er wolle mit der Schule aufhören, akzeptierte ich das voller Erleichterung. A: Er hätte sein Abi ohnehin nicht geschafft, B: Ich konnte das Hundeproblem entspannt verschieben.
Wir planen jetzt, ab März das Alleinlassen wieder zu trainieren. Parallel dazu strecke ich unter den Hundebegegnungen mal die Fühler aus, ob vielleicht jemand dabei ist, mit dem wir uns irgendwie arrangieren können. Jemand, wo unser Hund ein paar Stunden bleibt, und ich gehe dann mittags mit beiden Hunden Gassi oder sowas in der Art. Das wäre ideal, ist aber nicht so leicht zu finden.

Ansonsten gibt es noch einiges in der neuen Wohnung zu tun. So richtig ordentlich renoviert war die nämlich nicht, da habe ich doch andere Ansprüche. Vorher zu renovieren kam für mich aus zeitlichen Gründen nicht in Frage, außerdem war ich durch eine dicke Erkältung während des Umzugs einige Tage außer Gefecht gesetzt.
Nun möchte ich den Flur mehrfarbig streichen und eineinhalb Wände im Wohnzimmer. Die Küche kommt dann später im Jahr dran.

Da ich also noch einige Zeit lang nicht richtig fertig sein werde, muss ich zusehen, trotzdem zur Ruhe zu kommen und meinen Alltag zu finden. Der soll ähnlich aussehen wie vorher:

  • Ich möchte fitter und gesünder werden.
  • Ich möchte mich kreativ ausleben (schreiben, lesen, malen, handarbeiten, basteln)
  • Ich möchte umweltbewusster leben (regional kaufen, mehr selber machen statt fertig zu kaufen, Plastik drastisch reduzieren) und mich weiter minimalisieren.

Wenn ich das alles auf einmal verfolge, setze ich mich selber unter Druck. Das funktioniert bei mir nicht so wirklich. Um das zu vermeiden, versuche ich es mal nach dem Prinzip der Einstellungsänderung, von dem ich gestern bei mymonk: mymonk.de/einstellung-aendern/ gelesen habe.

Mal sehen, ob es funktioniert. Ich werde berichten.
Eure Idgie

 

4 Kommentare zu „Wie finde ich meinen neuen Rhythmus?

  1. Wow, die myMonk-Seite ist ja interessant. Danke für den Verweis! :)
    Und natürlich viel Kraft und Gelassenheit für die Hundesituation. Wenn es dem Haustier schlecht geht, ist das ja immer immens belastend.

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  2. Kann ich gut verstehen, soviel Hektik und so viel was man tun und planen muß.. da heißt es Ruhe bewahren.
    Mir schwirrte der Kopf auch schon wegen der ganzen Planerei hier und ich hoffe ich bekomme auch alles auf die Reihe.
    LG, Petra

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  3. Ja, habe beim Überfliegen deiner Beiträge mitbekommen, dass du bald ins Krankenhaus musst/willst. Es ist schon anstrengend, so viel zu bedenken und zu erledigen.
    Bei mir wird es langsam weniger und überschaubarer. Glücklicherweise.
    Alles Gute und wenig Stress für dich!
    LG, Ines

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