Von der ordnungsliebenden Chaotin

In meinem letzten Beitrag habe ich auf die Tipps von myMonk zur Änderung der eigenen Einstellung verlinkt. Ich habe die Fragen beantwortet, mich aber wohl zu wenig damit beschäftigt, denn gebracht hat es mir nichts. Insgesamt bin ich allerdings entspannter geworden.

Der Umzug ist beendet, der Einzug noch nicht ganz abgeschlossen, doch die wichtigsten Restarbeiten sind überschaubar und werden in den nächsten 14 Tagen erledigt sein. Gestern hatte mein Sohn seinen ersten Besuch, und mir tat es gut, schon so viele positive Worte über das Aussehen unserer Wohnung zu hören. Hier mal ein paar Fotos von dem ehemals hässlichen Flurschlauch, den ich jetzt zweifarbig gestrichen und mit Wandtattoos verziert haben. Beim Baum fehlen noch die Familienfotos.

 

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Allerdings komme ich mit der Tatsache, plötzlich 8 Nachbarn im Haus zu haben noch nicht wirklich klar und den Garten vermisse ich sehr. Die Müllsituation ist nervig, werfen die zig Parteien doch meist völlig rücksichtslos ihren Abfall in die Tonnen; oft falsch sortiert und kein bisschen platzsparend zusammengedrückt oder -gefaltet. Wenn alle weniger egoistisch denken würden, gäbe es sicherlich keine bereits nach dem halben Zeitraum überfüllten Tonnen. Aber gut … ich werfe in solchen Fällen jedenfalls keine Abfälle daneben, versuche sowieso viel Müll zu vermeiden und lasse nicht umgehbare Verpackungen bereits im Laden.

Auf Morgen freue ich mich schon: Meine so geliebte Bio-Lieferung habe ich wieder aktiviert; die bekommen einen Haustürschlüssel und stellen die Kiste dann in die Treppenhausecke. Ich hoffe, das klappt alles reibungslos, da der Platz dort von Roller und Kinderwagengestell (und nun auch meiner Kiste) heiß begehrt ist.

Aber zurück zu meinen Problemen und Plänen. Mein Sohn chillt überwiegend daheim und somit ist unser Hund bestens behütet. Das Problem mit den Verlustängsten unseres Vierbeiners ist zwar nur verschoben, doch ich bin zuversichtlich, dass wir das wieder hinbekommen.

Meinen Mann vermisse ich absolut nicht, allerdings kommen immer mal wieder Bedenken wegen der Zukunft auf, vor allem in Bezug auf eventuelle Einsamkeit. Doch so schnell werde ich ja nicht allein sein und wer weiß, welche Türen sich bis dahin noch auftun. Ich muss nur offen dafür sein.
Insgesamt bin ich viel positiver geworden, verfalle abends kaum noch ins Grübeln und kann einfach tun und lassen, was ich möchte. Am meisten gefällt mir derzeit die beständige Ordnung und längere Sauberkeit in meinen vier Wänden. Keiner mehr, der rücksichts- und achtlos um mich herum lebt. Die Entscheidung war also absolut richtig.

Das Thema Abnehmen geistert seit Wochen durch meinen Kopf und doch scheint es mich nicht wirklich zu bewegen. Ich habe versucht, es schrittweise anzugehen. Es funktioniert nicht. Das Gegenteil ist sogar der Fall, denn ich nasche und knabbere was das Zeug hält, so als müsste ich mir „vorher“ nochmal was gönnen. Nur dass das „Vorher“ zu einem Dauerzustand zu werden scheint. Deshalb werde ich ab dieser Woche wieder meine Kalorien tracken. 80% der Abnahme basiert auf der Ernährung, und genau die werde ich normalisieren.

Meine Freizeit gestalte ich planlos, ganz nach Lust und Laune. Zwar würde ich am liebsten auch da Ziele verfolgen, doch ich bekomme nichts Regelmäßiges auf die Reihe. Deshalb werde ich einfach ganz chaotisch meine Interessen verfolgen. Wenn ich heute basteln will, dann tue ich das. Wenn ich mich morgen mit dem Thema Selbstbewusstsein oder Recherchen für mein Buch oder Schamanismus oder dem Sack Reis in China befassen will, dann tue ich das. Mal werde ich neue Rezepte ausprobieren, mal Seife, Waschmittel usw. selber mixen, mal Fotos bearbeiten oder vielleicht auch endlich mal wieder die Ölfarben rausholen. Dann aber auch weiter renovieren (ist ja erst 1 Raum fertig) und den Keller aufräumen.

Folglich wird es hier bunter zugehen (alltäglicher? chaotischer?), denn Abnehmen bleibt nicht das einzige (leidliche) Thema in meinem Leben. Ich bin halt ein ordnungsliebender Chaot – sowohl im Äußeren, wie auch im Inneren -, für den jede Vorschrift einengend ist. Und unnötige Beschränkungen will ich nicht mehr in meinem Leben haben. Ich möchte meine frühere Energie wieder spüren. So viel lachen und fröhlich sein, wie vor 20 Jahren. Einfach das Leben erneut genießen.
Leider kann ich nicht einfach einen Schalter umlegen und locker draufsein. Aber ich arbeite dran.

Bis bald,
Eure Idgie

 

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7 Kommentare zu „Von der ordnungsliebenden Chaotin

  1. Der Flur ist wirklich schön geworden.. alles anders kommt dann auch. Gut das Du alles so machsr wie esDir gefällt!

    Ich selber „fresse“ z.Zt Süßkram und Herzhaftes.. wollte eigentlich vor der OP am FR noch etwas abnehmen, das ist mir nicht gelungen, :/ Naja kanns nicht ändern, ist nur peinlich wenn ich dann da wie ein gestrandeter Wal auf der Op Liege liegen werde…
    LG, Petra

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  2. Dankeschön!
    Mach dir mal keinen Kopp wegen dem Aussehen bei der OP. Die bekommen ganz andere(s) zu sehen und peinlich muss dir nichts sein. Bekommst du Vollnarkose? Dann kämst du nicht in die Versuchung, darüber nachzudenken. ;)
    Wird alles gut werden, ganz bestimmt.
    LG, Ines

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  3. Ja, ich denke doch Vollnarkose, hoffentlich!
    So ein bißchen nervös bin ich jetzt doch..zumal das verdammte Knie jetzt endlich fast ganz normal ist, alle Ergüsse sind nach 9 Monaten fast weg.. aber gehen ist nur schlecht.
    Muß also doch sein.. :/
    LG, Petra

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  4. WOW…. „fast“ meine Ablauf.
    Witzig, wie viele Parallelen ich bei Dir entdecke. Aber andersherum gar kein Geheimnis. Gerade Menschen ab Mitte 40 erleben ähnliches vermehrt.
    Diese Gedanken, dieses Chaos, diese Wünsche nach Veränderung….. ICH KENNE SIE EBENFALLS… ALLE.
    Das mit dem Abnehmen…..könnte noch klappen. Ich habe es ca. zwei Monate nach dem Einzug in meine eigene Wohnung (ebenfalls mit Sohn) geschafft. Man braucht einen Moment, und es geht nicht alles auf einmal.
    Glaube daran…. dann kommt noch so viel mehr. Doch achte gut auf Dich…. wenn sich die Wogen geglättet haben, könnte plötzlich „Leere“ entstehen.
    Bei mir ist der Vollzug der Trennung nach 20 Ehejahren…. nun fast 18 Monate her… und ich werde immer noch damit konfrontiert.
    Genieße Dein „Neues (altes) ICH“

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  5. Vielen Dank für deine lieben Kommentare. Es tut gut, von jemandem zu lesen, der ähnliches hinter sich hat. Ich glaube, ich schaue demnächst mal bei dir vorbei.
    LG, Idgie

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  6. Das freut mich. Es geht mir auch zum Teil genau darum. Wir, die sich getrennt haben oder „befreit wurden“, sind davon noch eine ganz Weile beeinflusst. Doch es fällt eben sehr viel leichter „sich selber“ (wieder) zu finden, wenn man seine Empfindungen teilen kann.
    LG, Marita

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